Am 5. Oktober 2026 erklärte ein Beamter des US-Verteidigungsministeriums (Department of War, DoW), die Behörde habe die Nutzung von Anthropic-Produkten eingestellt. Personen, die mit dem KI-Einsatz des Pentagons vertraut sind, berichteten, Claude sei noch in der Woche vor dieser Erklärung für Forschung, Analyse, Nachrichtengewinnung und Militäroperationen gegen Iran genutzt worden.
Claude soll noch in der Vorwoche im Einsatz gewesen sein
Zu den geschilderten Aufgaben gehörten außerdem die Auswertung von Satellitenbildern und Drohnenaufnahmen, die Unterstützung bei der Identifizierung möglicher militärischer Ziele und die Erstellung einseitiger Kurzbriefings. Diese Einsatzbeschreibungen stammen von Personen mit Kenntnis der Pentagon-Nutzung.
Die Angaben verorteten Claude auch im Maven Smart System. Die von Palantir betriebene Plattform dient dem Pentagon dazu, Geheimdienstinformationen und weitere Daten zu organisieren. Eine Integration in ein größeres System macht die KI zu mehr als einem einzelnen, leicht austauschbaren Werkzeug: Claude war laut den Schilderungen in die Plattform eingebunden.
Der Streit um die Einsatzbedingungen
Der Konflikt drehte sich um den Umfang der zulässigen Nutzung. Das Department of War verlangte eine Vertragsklausel, die Claude für alle rechtmäßigen Verwendungszwecke freigibt. Anthropic hielt dagegen an Beschränkungen für den Einsatz autonomer tödlicher Waffen und für die Massenüberwachung von US-Amerikanern fest.
Am 27. Februar 2026 kündigte Pete Hegseth an, Claude aus der Lieferkette des Ministeriums zu entfernen. Für den Ausstieg setzte er eine Frist von sechs Monaten. Eine Weisung des CIO vom 6. März verlangte, Anthropic-Produkte so bald wie praktikabel und spätestens binnen 180 Tagen zu entfernen. Außerdem untersagte sie Auftragnehmern, diese Produkte für Aufgaben des Ministeriums zu nutzen.
Was der D.C. Circuit entschied
Am 25. September 2026 wies der US Court of Appeals for the D.C. Circuit Anthropic-Anträge gegen die Beschaffungsmaßnahme des Department of War nach dem Federal Acquisition Supply Chain Security Act (FASCSA) zurück. Das US-Gesetz regelt die Sicherheit staatlicher Beschaffungsketten. Die rechtliche Vorgeschichte des Berufungsverfahrens ist in der Einordnung zur Pentagon-Einstufung gegen Anthropic ausführlicher beschrieben.
Das Urteil betraf eine Maßnahme nach dem FASCSA, 41 U.S.C. § 4713. Ein Gericht in Kalifornien hatte am 27. August 2026 eine separate Einstufung des Ministeriums nach 10 U.S.C. § 3252 aufgehoben. Die beiden Verfahren beruhten auf unterschiedlichen gesetzlichen Grundlagen.