Die Ray-Ban Meta (Gen 3) ist gegenüber Gen 2 ein moderates Update: Sie hat mehr Mikrofone und eine längere, von Meta angegebene Akkulaufzeit. Die 12-MP-Kamera bleibt jedoch auf ein festes vertikales 4:3-Bild beschränkt. Gerade diese Einschränkung prägt den praktischen Nutzen der Smart-Brille.
Was sich gegenüber Gen 2 ändert
Der Vergleich von Will Greenwald zeigt drei wesentliche Unterschiede: Gen 3 hat sechs statt fünf Mikrofone, eine zusätzliche Stunde angegebene Laufzeit und neue Gestellvarianten. Die 12-MP-Kamera bietet laut seiner Besprechung dieselbe Auflösung wie bei Gen 2.
| Merkmal | Ray-Ban Meta (Gen 3) | Ray-Ban Meta (Gen 2) |
| Mikrofone | 6 | 5 |
| Akkulaufzeit der Brille | Bis zu 9 Stunden laut Meta | 8 Stunden, eine Stunde weniger als Gen 3 |
| Kamera | 12 MP | 12 MP |
Meta gibt für Gen 3 bis zu neun Stunden pro Ladung an; das Ladeetui soll weitere 50 Stunden liefern. Die Angabe für Gen 2 ergibt sich aus dem berichteten einstündigen Zuwachs gegenüber dem Vorgänger. Beides sind Herstellerangaben, keine vergleichbaren Laufzeitmessungen aus einem standardisierten Test.
Gen 3 ist als Wayfarer, Aviator und Zena erhältlich. Die Wayfarer gibt es in zwei Größen, die anderen Gestelle jeweils in einer Größe.
Die Kamera ist auf Hochformat festgelegt
Die Kamera nimmt laut Greenwald Fotos mit 12 MP und Videos in 3K auf. Ihr Bildausschnitt bleibt im vertikalen 4:3-Format; ein Display zum Kontrollieren des Ausschnitts gibt es nicht. Greenwald zufolge macht das präzises Ausrichten schwierig.
Für spontane Aufnahmen aus der eigenen Perspektive kann das praktisch sein. Wer den Ausschnitt genau bestimmen oder flexibel zwischen Hoch- und Querformat wechseln möchte, stößt dagegen an eine klare Grenze. Greenwald fand die beiläufigen Fotos brauchbar belichtet und klar, aber weniger leistungsfähig als die Kameras von Mittelklasse- und höherwertigen Smartphones.
Aufnahmen lassen sich über die Meta-AI-App auf Android und iOS übertragen. Der Speicher beträgt laut Greenwald 32 GB.
Audio, Bedienelemente und Meta AI
Meta zufolge reduziert das Sechs-Mikrofon-System Hintergrundgeräusche um mehr als 90 Prozent. Greenwald berichtet von klaren Anrufen in Innenräumen und auf einer mäßig belebten Straße. Als auf einem U-Bahnsteig ein Zug einfuhr, konnte er die Audiowiedergabe dagegen nicht mehr hören. Außerdem stellte er Schall nach außen und wenig Bass fest.
Die Touchfläche reagierte in Greenwalds Nutzung zwar schnell, löste beim Richten der Brille aber gelegentlich unbeabsichtigt eine Wiedergabesteuerung aus. Ein Tastenwippen am rechten Bügel steuert standardmäßig die Aufnahme und Meta AI; mehrere Bedienelemente lassen sich anpassen.
Meta AI kann laut der Besprechung Routinefragen beantworten, Anrufe und Nachrichten bearbeiten sowie Erinnerungen und Timer verwalten. Greenwald erlebte während seiner Nutzung einen etwa einstündigen Ausfall des Suchdienstes. Außerdem gab die KI ihm eine falsche Antwort zum Gewicht der beiden Generationen.
Der spanischsprachige Erfahrungsbericht von Adrián Pérez umfasst sieben Tage und behandelt unter anderem Musik, Kamera, Anrufe, Meta AI, Akku, Tragekomfort und Bedienelemente. Er ergänzt die Einordnung um einen längeren Alltagszeitraum.
Für wen sich Gen 3 eignet
Die Brille passt eher zu spontanen Aufnahmen aus der eigenen Perspektive, Telefonaten und Sprachfunktionen als zu flexibler Fotografie. Wer meist im Hochformat filmt und eine Kamera ohne Smartphone in der Hand nutzen möchte, kann mit der festen Bildausrichtung leben. Für genau komponierte Motive oder Aufnahmen im Querformat ist sie weniger geeignet.
Gegenüber Gen 2 sprechen die zusätzlichen Mikrofone, die längere von Meta angegebene Laufzeit und die neuen Gestellformen für Gen 3. Die Kameraauflösung bleibt gleich. Damit hängt der Wechsel vor allem davon ab, ob die neuen Gestelloptionen und die zusätzliche Stunde Herstellerlaufzeit den Aufpreis im eigenen Kaufmarkt rechtfertigen.