Wie KPBS berichtete, marschierten am 20. Oktober 2026 einige Dutzend Studierende der San Diego State University (SDSU) zum Studierendenzentrum des Campus und forderten den Hochschulverbund California State University (CSU) auf, seinen Vertrag mit OpenAI zu beenden. Die Demonstrierenden wandten sich damit gegen den systemweiten Zugang zu ChatGPT Edu.
Welche Bedenken die Studierenden äußerten
Laut KPBS thematisierten die Protestierenden mögliche Arbeitsplatzverluste, die Finanzierung politischer Interessen von US-Präsident Donald Trump durch einen OpenAI-Mitgründer, den KI-Einsatz durch US-Einwanderungsbehörden und das israelische Militär sowie Umweltfolgen von Rechenzentren.
In einer Reddit-Diskussion zum Protest verwiesen einzelne Kommentierende auf die Bedeutung kritischen Denkens und quellenbasierter Argumentation. Andere unterschieden zwischen KI als Lernhilfe und dem Einreichen KI-generierter Texte als eigene Arbeit.
Was über den CSU-Vertrag bekannt ist
CSU schloss 2025 laut KPBS einen nicht ausgeschriebenen Vertrag über 17 Millionen US-Dollar. Er sah für Studierende, Lehrende und Beschäftigte Zugang zu ChatGPT Edu vor. Später verlängerte CSU die Vereinbarung um drei Jahre. KPBS bezifferte das Gesamtvolumen auf 39 Millionen US-Dollar; NPR nannte 13 Millionen US-Dollar pro Jahr.
Was die CSU-Umfrage über die Befragten ergab
An der CSU-Umfrage von 2025 nahmen laut NPR mehr als 94.000 Studierende, Beschäftigte und Lehrende teil. Rund 65 Prozent der studentischen Befragten und 59 Prozent der befragten Lehrenden waren skeptisch, ob KI der Bildung insgesamt nützt.
Etwa 84 Prozent der studentischen Befragten gaben an, ChatGPT zu nutzen. Rund ein Viertel dieser Nutzerinnen und Nutzer verwendete den CSU-Zugang; die meisten griffen auf die kostenlose Version zurück. 80 Prozent der studentischen Befragten fühlten sich unwohl dabei, KI-generierte Arbeit als eigene einzureichen. Die Zahlen beziehen sich auf die Befragten. David Goldberg, Mitautor der Umfrage, sagte laut NPR, die Ansichten der Nichtteilnehmenden seien nicht bekannt.
Wie CSU die Verlängerung begründete
CSU-Sprecherin Amy Bentley-Smith erklärte, der Hochschulverbund respektiere das Recht der Studierenden, ihre Meinung zu äußern. Sie begründete die KI-Angebote und Schulungen damit, dass Absolventinnen und Absolventen auf eine sich wandelnde Wirtschaft vorbereitet werden sollten.
CSU-Informationschef Ed Clark sagte NPR, ein Beirat aus Studierenden, Lehrenden und Beschäftigten habe die Verlängerung einstimmig empfohlen.