Fast jeder von uns kann sagen, was er denkt – und das ist wahrscheinlich nicht das Nützlichste oder Klügste, was je aus unserem Mund kam, aber wir haben diese Möglichkeit. Nun ... es gibt viele Menschen da draußen, die diese Möglichkeit nicht haben. Verschiedene Umstände schränken die Fähigkeit zu sprechen direkt auf null ein oder reduzieren sie, was einen kritischen Kommunikationsweg mit der Außenwelt abschneidet. Ein Unternehmen namens Smartstones will das mithilfe von Technologie auf Basis von Elektroenzephalografie und einer mobilen App ändern. Mit anderen Worten: Gedanken in Worte verwandeln.
Ein Vorbild: Stephen Hawking
Eines der eindrücklichsten Beispiele für den Einsatz von Technologie zur zumindest teilweisen Wiederherstellung der Kommunikationsfähigkeit eines Menschen ist Stephen Hawking. Seine amyotrophe Lateralsklerose schreitet weiter voran, aber neue Entwicklungen haben es ihm ermöglicht, seine Gedanken mit der Welt zu teilen, auch wenn seine Geschwindigkeit nur ein oder zwei Wörter pro Minute beträgt. Der Körper versagt, aber unsere Gedanken funktionieren weiter. Wir brauchen Brücken, alternative Wege, um das, was wir denken, in das zu verwandeln, was wir sagen wollen. Meine Worte erreichen die Leser von NeoTeo hauptsächlich über eine Tastatur, eine mechanische und effektive Methode, die aber eine gewisse motorische Fähigkeit erfordert. Stephen Hawking und viele andere besitzen sie nicht. Wo ist die „Tastatur“ für alle? Wo sind die Brücken …?
Smartstones: :prose und EEG
Die Leute von Smartstones sprechen von einer „Demokratisierung der Stimme“. Diese Formulierung klingt etwas ungewöhnlich, aber sie ergibt Sinn, wenn man die Perspektive wechselt: Was für uns alltäglich ist, ist für andere ein unerreichbares Privileg. Der erste Teil des Plans von Smartstones basiert auf :prose, einer iOS-kompatiblen App, die Berührungen und Gesten in Worte umwandelt. Durch das Präsentationsvideo sehen wir, dass :prose großes Potenzial im Bildungsbereich hat, aber es gibt noch etwas Mächtigeres. In Kombination mit einem EEG-System wie dem Emotiv Insight oder das Epoc kann der Nutzer diese Gesten „denken“, sodass :prose spricht, als würde es direkt mit der Software interagieren.
Das Unternehmen betont, dass die Lernkurve sehr einfach ist und die Trainingssitzungen auf Minuten reduziert werden können, während andere, viel komplexere Systeme Jahre des Ausprobierens und der Anpassung erfordern. Die App allein kostet 59 Dollar und ist, wie oben erwähnt, nur mit iOS kompatibel. Wer :prose im Klassenzimmer einsetzen möchte, kann ein Abonnement für zehn Dollar pro Monat abschließen, während sich das EEG-Programm in der Beta-Phase befindet und eine Registrierung erfordert. Ich wünsche ihnen viel Erfolg und hoffe, dass ihr Erfolg die Entwicklung ähnlicher, fortschrittlicherer und eventuell günstigerer Programme anstoßen wird.