TSMC bleibt im zweiten Quartal 2026 der mit Abstand führende Auftragsfertiger für Halbleiter: Das Unternehmen erreicht 72,5 Prozent des globalen Foundry-Marktes, während Samsung Foundry auf 5,9 Prozent kommt. Der Markt wächst durch die Nachfrage nach Prozessoren für künstliche Intelligenz und High-Performance-Computing (HPC) – doch die zusätzliche Nachfrage schließt die Lücke nicht, sie vergrößert sie sogar.
Der aktuelle Marktüberblick
Samsung Foundry ist damit weiterhin der zweitgrößte Foundry-Anbieter hinter TSMC. Der direkte Abstand beträgt im 2Q26 66,6 Prozentpunkte. Im ersten Quartal lagen die Anteile bei 72,3 Prozent für TSMC und 6,5 Prozent für Samsung Foundry; der Abstand ist damit um 0,8 Prozentpunkte gewachsen.
| Kennzahl | TSMC | Samsung Foundry |
| Marktanteil im 2Q26 | 72,5 % | 5,9 % |
| Foundry-Umsatz im 2Q26 | knapp 40,2 Mrd. US-Dollar | 3,26 Mrd. US-Dollar |
| Marktanteil im 1Q26 | 72,3 % | 6,5 % |
| Veränderung des Marktanteils | +0,2 Prozentpunkte | −0,6 Prozentpunkte |
Die zehn größten Foundries kamen im 2Q26 zusammen auf knapp 53,49 Milliarden US-Dollar Umsatz – 11,5 Prozent mehr als im Vorquartal. TSMC vereinte davon knapp 40,2 Milliarden US-Dollar auf sich. Samsung Foundry steigerte den Umsatz zwar um 1,8 Prozent auf 3,26 Milliarden US-Dollar, wuchs aber langsamer als mehrere Wettbewerber.
Warum der Markt wächst, ohne die Lücke zu schließen
Der wichtigste Nachfrageschub kommt von KI-Server-GPUs, XPUs und weiteren Hochleistungsprozessoren. Auch fortschrittliche Smartphone-Chips und kundenspezifische Prozessoren erhöhen den Bedarf an modernen Fertigungskapazitäten.
TSMCs 5-nm- und 4-nm-Kapazitäten waren stark ausgelastet beziehungsweise vollständig gebucht; auch die 3-nm-Fertigung blieb intensiv genutzt. Nach den berichteten Zahlen entfielen im 2Q26 rund 33 Prozent von TSMCs Wafer-Umsatz auf 5 nm und 30 Prozent auf 3 nm. Zusammen machen diese beiden Strukturbreiten 63 Prozent aus. Der 2-nm-Prozess trug 3 Prozent zum Wafer-Umsatz bei.
Das erklärt, warum ein wachsender Gesamtmarkt nicht automatisch zu einer engeren Rangliste führt: Wer die gefragtesten Fertigungsknoten bereits in großem Umfang auslastet, kann vom zusätzlichen Geschäft überproportional profitieren. Die Zahlen belegen diesen Zusammenhang für das Quartal, liefern aber keine einzelne Erklärung für den gesamten Abstand zwischen beiden Unternehmen.
Samsungs Plan zur Aufholjagd
Samsung Foundry versucht, die eigene Position mit mehreren Maßnahmen zu verbessern. Dazu gehören eine höhere Auslastung der 4-nm-Fertigung, zusätzliche 2-nm-Projekte und eine intensivere Suche nach Kunden unter Cloud-Anbietern und Fabless-Unternehmen – also Chipentwicklern ohne eigene Fertigungsfabriken.
Die 4-nm-Linie in Pyeongtaek lief Berichten zufolge nahezu unter Volllast. Als Nachfrager werden Qualcomm und Kunden für HBM-Basis-Dies genannt. Außerdem sollen die Preise für ausgewählte SF4-Aufträge gestiegen sein: für Kunden in den USA und China um 10 bis 15 Prozent, für Kunden in Taiwan um 5 bis 10 Prozent.
Bei den Fertigungserträgen, dem sogenannten Yield, wurden für Samsungs 4-nm-Prozess Verbesserungen berichtet. Höhere Ausbeuten sind entscheidend, weil sie den Anteil funktionsfähiger Chips pro Wafer erhöhen und damit die Kostenstruktur einer Fertigung verbessern.
Was die Zahlen für den Wettbewerb bedeuten
Samsung hat also konkrete Hebel: mehr 4-nm-Auslastung, neue 2-nm-Projekte, berichtete Yield-Fortschritte und ein offensiverer Vertrieb. Daraus folgt jedoch noch kein künftiger Marktanteilsgewinn. Im 2Q26 ist zunächst das Gegenteil zu sehen: Samsung wächst beim Umsatz, verliert aber Marktanteil, weil andere Anbieter schneller zulegen.
Für Chipentwickler spielt neben dem Preis auch die verfügbare Kapazität eine große Rolle. Branchenvertreter beschrieben eine mögliche Multi-Vendor-Strategie mit TSMC und Samsung Foundry sowie die Verlagerung älterer Produkte zu Samsung. Ein Wechsel der Fertigung ist allerdings aufwendig, weil dafür häufig ein Chip-Redesign nötig wird. Die Gespräche über eine breitere Lieferantenbasis beschreiben deshalb eine strategische Option, keine bereits abgeschlossene Verlagerung großer Produktionsmengen.
Die Foundry-Rivalität von hier an
TSMC startet mit einer gewaltigen Basis in die nächste Runde: 72,5 Prozent Marktanteil, stark ausgelastete 5-, 4- und 3-nm-Kapazitäten sowie ein weiterhin wachsender KI-Markt. Samsung Foundry bleibt der klare Herausforderer auf Platz zwei und baut seine Antwort über 4 nm, 2 nm und neue Kundenbeziehungen auf. Der Markt wächst – aber im 2Q26 wächst TSMCs Vorsprung trotzdem weiter.