Seit dem 23. September 2026 ist Ubers Vorschlag öffentlich: Robotaxis sollen die gleichmäßige Grundnachfrage bedienen, menschliche Fahrer bei Spitzenzeiten zusätzliche Kapazität schaffen. Das Modell soll beide Arten von Fahrdienstangebot je nach Bedarf einsetzen – seine Wirtschaftlichkeit ist damit aber noch nicht belegt.
Robotaxis für den Grundbedarf, Fahrer für Spitzen
Uber beschreibt autonome Fahrzeuge als Angebot für die regelmäßigere Nachfrage. Menschliche Fahrer sollen einspringen, wenn sie anzieht – etwa im Berufsverkehr, bei schlechtem Wetter oder rund um Konzerte. So sollen zusätzliche Fahrten möglich sein, ohne die Robotaxi-Flotte dauerhaft auf Spitzen auszulegen.
Sarfraz Maredia, Ubers Präsident für autonome Mobilität und Lieferdienste, nannte auch ein Beispiel für die zeitliche Aufteilung: Robotaxis könnten spät in der Nacht geladen werden, wenn Strom am günstigsten sei, während Fahrer den Andrang nach Schließung der Bars abfangen. Das ist ein beschriebenes Betriebsszenario, keine bezifferte Kostenersparnis.
Was hinter Ubers Zahl von rund 30 Prozent steckt
Uber zufolge absolvieren Waymo-Fahrzeuge in seinem Netzwerk in Austin und Atlanta pro Fahrzeug und Tag rund 30 Prozent mehr Fahrten als autonome Fahrzeuge in anderen großen Robotaxi-Märkten. Die Aussage betrifft diesen Vergleich zwischen den genannten Netzwerken – sie ist keine allgemeine Leistungsangabe für Waymo-Fahrzeuge.
Fahrererlöse: unterschiedliche Angaben aus den Städten
Bei Uber- und Lyft-Fahrern in San Francisco und Los Angeles lag der Grundlohn pro Stunde im zweiten Quartal niedriger als im gleichen Quartal zwei Jahre zuvor. In Austin stiegen sowohl Grundlohn als auch Bruttolohn pro Stunde langsamer als bei Fahrdienstfahrern in anderen Teilen der USA.
Uber erklärte separat, die Fahrererlöse in Austin und Atlanta seien stabil geblieben. Zugleich räumte das Unternehmen ein, dass mit der Zeit einige Fahrer verdrängt werden könnten. Überproportional betroffen sein könnten Teilzeitfahrer, die Uber als Sicherheitsnetz nutzen, darunter Frauen, Menschen mit Sorgeverantwortung und Beschäftigte mit niedrigem Einkommen.
Die Wirtschaftlichkeit von Robotaxis ist offen
Maredia zufolge ist noch nicht erwiesen, ob autonome Flotten samt Lade- und Wartungsinfrastruktur günstiger betrieben werden können als der heutige Fahrdienst. Er sagte außerdem, bislang verdiene kein Unternehmen mit dem Betrieb von Robotaxis Geld oder betreibe sie in großem Maßstab. Die geplante Aufteilung zwischen Grundbedarf und Nachfragespitzen ist damit eine Betriebsstrategie, kein Beleg für profitable Robotaxis.