Warum sind „Die Simpsons“ auf Spanisch (Lateinamerika) lustiger?
Die Simpsons

Das Internet ist gesättigt mit Clips, Dialogen und anderen berühmten Szenen aus „Die Simpsons“, aber das gilt besonders für die Version mit lateinamerikanischem Spanisch. Tatsächlich dreht sich ihre hohe Popularität in Lateinamerika um Homer Simpson, und das bedeutet eines: Um zu verstehen, warum „Die Simpsons“ auf Spanisch (Lateinamerika) lustiger sind, muss man den Verantwortlichen für die Stimme von Homer selbst verstehen: Humberto Vélez.

Gib es zu: Du hast all diese Sätze wiederholt und versucht, „seine“ Stimme nachzuahmen: „Sind wir schon in Indien angekommen?“, „Neulich hatte ich so ein Bierverlangen, dass ich ins Footballstadion ging und den Boden unter den Sitzen geleckt habe.“, „Ich will leben, Marge, lass mich leben, Marge!“, „Oh, ich werde niemals das Schäfchen der sogenannten Musterschbürger sein, die ihre Zunge rollen, ihre Bärte kräuseln und darüber beraten, was sie mit diesem Homer Simpson anfangen sollen!“

Als Serie mit unbestreitbarem internationalem Erfolg standen viele Synchronsprecher vor der titanischen Herausforderung, Homer Simpson ihre Stimme zu leihen. Ein Fall sticht jedoch heraus: die Synchronisation für die lateinamerikanischen Märkte. Fans schwören immer wieder, dass „Die Simpsons“ auf Spanisch (Lateinamerika) lustiger sind. Nach 33 Staffeln und über 700 Folgen ist die Debatte nicht beendet. Warum?

Sind „Die Simpsons“ auf Spanisch (Lateinamerika) lustiger?

Die Antwort reduziert sich auf die Arbeit eines Mannes: Humberto Vélez. Natürlich geht seine Karriere weit über Homer hinaus: Von „Naruto“ über „Die Sopranos“ bis zu „Game of Thrones“ und „House of Cards“ hat sich seine Stimme an unglaubliche Charaktere angepasst. Aber im August 2018 wurde Humberto von den Leuten von Great Big Story interviewt, um sich den „besten-schlechten Vater“ der Zeichentrickfamilie genauer anzusehen. Seine erste Analyse ist ziemlich direkt: Wenn du einen Dummkopf nimmst, ihn zur Karikatur machst, ihn zum Trunkenbold, dann zum Lüstling und schließlich die Kontrolle verlieren lässt, hast du die Grundlage für Homer Simpson.

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Ein weiteres Detail, das Humberto in dem Interview anspricht, ist die Übersetzung: Aus seiner Erfahrung ist es unmöglich, dass ein auf Englisch gesagter Witz in Lateinamerika verstanden wird, weil „nichts ist gleich“, und dazu kommt, dass „Lateinamerika“ eine Gruppe von zwanzig Ländern mit enormen Unterschieden untereinander ist. Daher ist die Tropikalisierung oder Lokalisierung des Inhalts obligatorisch, um ihn an eine wärmere Kultur mit leichtem Lachen und explosiven Situationen anzupassen.

Der Prozess ist sehr komplex, und Humberto hat nicht gezögert, frühere persönliche Erfahrungen zu nutzen, damit Homer einen neuen Satz bekommt. Aber am Ende fasst Humberto zusammen, dass Homer Simpson populär ist, weil er einer von uns ist: Er versucht alles und scheitert bei allem. Unweigerlich werden wir uns irgendwann damit identifizieren...