Christian Fredrik Kalager Schaller berichtete am 15. Oktober 2026, dass Claude Code ihm bei zwei Linux-Projekten half: bei einem Backend für den Filmscanner Plustek OpticFilm 8200i und bei Korrekturen am Kamerastack eines Lenovo ThinkPad X1 Carbon Gen 14 Aura Edition. Schaller wählte die Aufgaben und prüfte die Änderungen an den Geräten selbst. In seinem Bericht schilderte er die Abläufe und Ergebnisse.

Wie Schaller den Plustek-Scanner untersuchte

Für den Scanner ließ Schaller den Windows-Herstellertreiber in einer virtuellen Maschine laufen und zeichnete den USB-Verkehr während des Betriebs auf. Claude Code half ihm, die erfassten Daten für ein SANE-Backend auszuwerten. SANE ist ein Framework, über das Linux-Programme Scanner ansprechen.

Die von Schaller beschriebene neuere Variante des Plustek OpticFilm 8200i verwendet den Controller Genesys GL128 mit der USB-Kennung 07b3:1825. Ein älteres Gerät mit demselben Modellnamen nutzt den Controller GL845. Schaller zufolge erhielt das neuere Modell zum Zeitpunkt seines Kaufs noch keine Linux-Unterstützung; der Genesys-Treiber von SANE unterstützte es jedoch bereits seit September 2026. Das erfuhr Schaller erst nach seiner eigenen Arbeit.

Sein Backend bietet Farb-, Graustufen-, Infrarot- und kombinierte Farb-Infrarot-Scans. Es unterstützt Auflösungen von 300 bis 7.200 dpi und 8 oder 16 Bit je Farbkanal. Dazu kommen eine Staub- und Kratzerentfernung über den Infrarotkanal sowie ein Belichtungsmultiplikator für dichte Negative. Schaller zufolge gelang ihm innerhalb weniger Stunden ein erkennbarer Linux-Scan; einige Tage später funktionierte der Treiber nahezu vollständig und unterstützte auch Infrarot-Scans.

Beim Vergleich mit dem Upstream-Backend von SANE lösten beide Treiber laut Schaller bei 3.600 dpi dieselben feinen Details auf. Für einen Scan bei voller Auflösung maß er 34,6 Sekunden mit seinem Backend und 54,4 Sekunden mit dem Upstream-Treiber. Das war ein Vergleich mit einem Gerät und einem Einzelbild – keine allgemeine Leistungsmessung.

Korrekturen am ThinkPad-Kamerastack

Beim Lenovo ThinkPad X1 Carbon Gen 14 Aura Edition ging es um einen Sony-IMX471-Sensor hinter Intels IPU7. Unter Linux entstanden laut Schaller dunkle, vignettierte Bilder mit einem Gelb-Grün-Stich. Claude Code half bei Änderungen sowohl am Kernel-Treiber als auch an der Bildsignalverarbeitung (ISP) von libcamera.

Im Kernel betrafen die Korrekturen einen Fehler bei der Auswahl des Bildausschnitts, die falsch deklarierte Breite eines Testmuster-Registers und eine Begrenzung der analogen Verstärkung. Letztere kostete laut Schaller etwa 1,8 Blendenstufen Empfindlichkeit. In libcamera ergänzte er eine Korrektur der Objektivabschattung. Die fehlende Korrektur hatte die Bildecken laut Schaller um rund 2,7 Blendenstufen abgedunkelt. Außerdem korrigierte er Statistiken für den Weißabgleich, die eine native Sensortiefe mit einem 8-Bit-Schwarzwert vermischten. Schaller zufolge betrifft dieser Fehler RAW10- und RAW12-Sensoren allgemein.

In einem kontrollierten Test bei wenig Licht stieg das Rot-Grün-Verhältnis laut Schaller von 0,890 auf 1,047 und das Blau-Grün-Verhältnis von 0,672 auf 0,823. Blau blieb bei wenig Licht demnach noch etwa 17 Prozent zu niedrig.

Schaller reichte die Kernel-Patches bei Kate Hsuan ein. Wim Taymans prüfte die libcamera-Patches mit Blick auf eine Einreichung.

Das spätere hw-harness und die Rolle des Menschen

Das generische hw-harness entwickelte Schaller nach den Scanner- und Kameraarbeiten aus eigenen Skripten; bei diesen Projekten setzte er es noch nicht in seiner späteren allgemeinen Form ein. Das vorgesehene Verfahren zeichnet zunächst das Verhalten des Herstellertreibers in einer Windows-VM auf, erfasst den USB-Verkehr vom Linux-Host aus mit usbmon und vergleicht anschließend die Aufzeichnungen mit dem Linux-Treiber. Bei Geräten ohne zugänglichen Bus, etwa internen MIPI-Kameras, sieht das Konzept eine Untersuchung auf der Windows-Seite vor.

Schaller beschrieb Claude Code als Unterstützung beim Auswerten und Entwickeln, nicht als Ersatz für die Entscheidung, was gebaut wird, oder für den Test am realen Gerät. Die Hardware selbst prüfte er bei beiden Projekten eigenhändig.