Mit dem offiziell aufgegebenen Tick-Tock-Schema und einem bescheideneren Fortschritt bei der Desktop-Leistung muss Intel zunehmend komplexere Strategien implementieren, um auf die Marktanforderungen zu reagieren, aber das hindert das Unternehmen nicht daran, seine Position in Rechenzentren zu stärken. Die neueste Neuigkeit ist die vierte Generation der Xeon E5-2600-Serie, die ein Modell mit 22 Kernen physischen Kernen und 44 Verarbeitungsthreads umfasst.
Neue Strategien für komplexe Fertigung
Die bloße Tatsache, dass Intel seine Tick-Tock-Methode zugunsten des neuen PAO (Prozess-Architektur-Optimierung) aufgegeben hat, bestätigt etwas, das wir seit einiger Zeit wissen: Zukünftige Prozessoren werden viel schwieriger herzustellen sein. Der Hauptansatz besteht darin, die Anzahl der Kerne zu erhöhen und mehr Arbeit auf die parallele Verarbeitung zu verlagern, aber die Software muss entsprechend reagieren. Mehrere neueste Spiele können bereits nicht mehr auf Plattformen mit weniger als vier Kernen (oder alternativ vier Verarbeitungsthreads) ausgeführt werden, aber Rechenzentren erzählen eine andere Geschichte. Mit zunehmendem Druck auf die Cloud und ihre Dienste ist ein höheres Effizienzniveau ein kritischer Aspekt, und dafür ist neue Hardware erforderlich.
Die vierte Generation der Xeon E5-2600
Hier finden wir also die vierte Generation der Xeon E5-2600-Serie. Intel bietet mehr als ein Dutzend Prozessoren mit dieser Bezeichnung an, und das Flaggschiff ist der Xeon E5-2699 V4. Diese auf der Broadwell-Architektur basierende CPU hat eine Frequenz von 2,2 GHz – 100 MHz weniger als das Äquivalent der vorherigen Generation –, aber dafür erhöht sie die Anzahl der physischen Kerne auf 22, während der E5-2699 V3 maximal 18 bietet. Das bedeutet auch eine Erhöhung des L3-Caches (55 MB, um genau zu sein), während das gesamte L2 insgesamt 5,5 Megabyte beträgt (22 x 256 KB). Mit der Hyper-Threading-Technologie kann der Xeon E5-2699 V4 maximal 44 Threads verarbeiten, aber es ist wahrscheinlich, dass er paarweise installiert wird, also sprechen wir bei einer traditionellen Konfiguration von 88 Threads.
Könnte jemand einen solchen Prozessor auf seinem Desktop haben? Technisch gesehen ja, da es ATX-Mainboards gibt, die mit dem Sockel R3 (besser bekannt als LGA 2011-3) kompatibel sind, aber dieser theoretische Enthusiast müsste etwa 4.100 Dollar nur für die CPU investieren. Diejenigen, die Serverhardware genauer verfolgen, sehen keine großen Gründe, sich über den Xeon E5-2699 V4 zu freuen, da sein Turbo-Modus weiterhin bei etwa 3,6 GHz liegt und die Optimierungen pro Kern im Durchschnitt 5 Prozent betragen, aber die Abwärtskompatibilität des Sockels R3 führt zu niedrigeren Kosten und einer robusteren Softwareunterstützung.