Die AirPods 5 können für manche Läuferinnen und Läufer gut funktionieren. In einem dreistündigen Lauf über 22 Meilen, also rund 35,4 Kilometer, blieben sie überwiegend sicher sitzen und ließen Fahrräder sowie Verkehr wahrnehmen. Bei Lachen und schnellen Kopfdrehungen bewegten sie sich jedoch leicht. Für lange Trainingseinheiten sprechen die längere Akkulaufzeit, die stärkere Abschirmung und der Herzfrequenzsensor eher für die AirPods Pro 3.

Was der Lauf über 22 Meilen gezeigt hat

Die AirPods 5 blieben während des dreistündigen Laufs größtenteils an ihrem Platz. Leichte Bewegungen traten auf, wenn die Testperson lachte oder den Kopf schnell drehte. Wiederholtes Herausfallen wurde dabei nicht beschrieben.

Die offene Bauweise half zugleich dabei, Fahrräder und Verkehr in der Umgebung zu hören. Das ist beim Laufen an Straßen oder auf gemeinsam genutzten Wegen praktisch, geht aber mit weniger Abschirmung einher. Die Passform bleibt eine persönliche Frage: Berichte von Nutzerinnen und Nutzern reichen von bequemem, sicherem Sitz bis zu Druckgefühl, lockerem Halt und stärkerem Windgeräusch.

Offene Passform gegen stärkere Abschirmung

Die AirPods 5 sitzen offen im Ohr und verwenden keine austauschbaren Silikonaufsätze. Dadurch verschließen sie den Gehörgang nicht wie die AirPods Pro 3 mit ihren fünf Silikonaufsatzgrößen von XXS bis L.

Beim Laufen ergibt sich daraus ein klarer Zielkonflikt. Die AirPods 5 lassen mehr Umgebung zu, während die AirPods Pro 3 stärker abschirmen und eine anpassbare Abdichtung bieten. Wer Silikonaufsätze nicht mag oder beim Training den Verkehr hören möchte, findet bei den AirPods 5 den naheliegenderen Ansatz. Wer möglichst wenig Außengeräusche und einen festen, anpassbaren Sitz sucht, ist mit den AirPods Pro 3 besser bedient.

Beide AirPods-5-Varianten bieten aktive Geräuschunterdrückung (ANC), Transparenzmodus und Adaptive Audio. Die offene Konstruktion erreicht bei der Abschirmung jedoch nicht dieselbe Wirkung wie ein geschlossenes In-Ear-Design.

Akku: vier oder fünf Stunden mit ANC

Apple gibt für die AirPods 5 mit aktivierter Geräuschunterdrückung folgende Werte an:

ModellANC-Wiedergabe pro LadungANC-Wiedergabe mit LadecaseHerzfrequenzmessung beim Training
AirPods 5Bis zu 4 StundenBis zu 20 StundenNicht vorhanden
AirPods 5 mit Wireless Charging CaseBis zu 5 StundenBis zu 22 StundenNicht vorhanden
AirPods Pro 3Bis zu 8 StundenBis zu 24 StundenVorhanden

Die Werte sind Maximalangaben für die Wiedergabe mit ANC. In dem dreistündigen Lauf begann der Tag mit 80 Prozent Akkuladung. Nach Betreuung eines Kindes, einem Spaziergang mit dem Hund und dem Lauf ertönte in den letzten Kilometern die Warnung vor niedrigem Akkustand. Das war eine Alltagssituation mit gemischter Nutzung, kein isolierter Akkutest nur während des Laufs.

Für kurze und mittellange Einheiten reichen die AirPods 5 damit eher aus. Bei sehr langen Läufen zählt dagegen die Reserve: Die AirPods Pro 3 bieten laut den verglichenen Angaben bis zu acht Stunden ANC-Wiedergabe pro Ladung.

AirPods 5 gegen AirPods Pro 3 beim Laufen

ProduktPassformANC-Wiedergabe pro LadungGesamt mit Ladecase und ANCTrainings-HerzfrequenzsensorGeeignet für
AirPods 5Offen, ohne SilikonaufsätzeBis zu 4 oder 5 Stunden, je nach VarianteBis zu 20 oder 22 StundenNeinLäufe, bei denen Umgebungswahrnehmung und eine offene Passform wichtig sind
AirPods Pro 3Geschlossen, mit fünf Größen von SilikonaufsätzenBis zu 8 StundenBis zu 24 StundenJaLange Läufe, wenn Abschirmung, anpassbarer Sitz und Trainingsdaten wichtiger sind

Die AirPods 5 sind zudem leichter: Ein Ohrhörer wiegt 4,3 Gramm. Bei den AirPods Pro 3 werden 5,55 Gramm pro Ohrhörer angegeben. Das geringere Gewicht allein entscheidet aber nicht über den Halt; die offene Passform und die individuelle Ohrform bleiben entscheidend.

Welche AirPods 5 lohnen sich in Deutschland?

Apple nennt in Deutschland 149 Euro für die Standardversion. Die AirPods 5 mit Wireless Charging Case kosten 169 Euro.

Beide Modelle bieten ANC, den H2-Chip, den Transparenzmodus, Adaptive Audio und IP57-Schutz. Die teurere Version ergänzt das kabellose Laden über ein Apple-Watch-Ladegerät oder ein Qi-zertifiziertes Ladegerät, eine Lautstärkesteuerung durch Wischen am Stiel und einen Lautsprecher am Case für „Wo ist?“. Außerdem steigt Apples ANC-Angabe von bis zu vier auf bis zu fünf Stunden.

Im Lieferumfang beider Varianten befinden sich kein USB-C-Ladekabel und kein Netzteil. Das Standardmodell wird über USB-C geladen; das Case der teureren Version unterstützt zusätzlich die genannten kabellosen Ladeverfahren.

Stärken und Schwächen für Läufer

Dafür sprechen:

  • offene Bauweise ohne Silikonaufsätze;
  • Umgebungsgeräusche wie Fahrräder und Verkehr bleiben eher wahrnehmbar;
  • ANC ist in beiden Varianten vorhanden;
  • IP57-Schutz für Ohrhörer und Ladecase;
  • geringeres Gewicht als bei den AirPods Pro 3;
  • 149 Euro für die Standardversion in Deutschland.

Dagegen sprechen:

  • der Halt kann sich je nach Ohrform und Bewegung deutlich unterscheiden;
  • die offene Konstruktion schirmt weniger ab als die AirPods Pro 3;
  • maximal vier beziehungsweise fünf Stunden ANC-Wiedergabe pro Ladung;
  • kein Sensor zur Herzfrequenzmessung beim Training;
  • keine Silikonaufsätze zur Anpassung der Passform.

Fazit für das Lauftraining

Die AirPods 5 passen vor allem zu Läuferinnen und Läufern, die keine Silikonaufsätze möchten und ihre Umgebung wahrnehmen wollen. Der 35,4-Kilometer-Test zeigte überwiegend sicheren Halt, aber auch leichte Bewegungen. Für kürzere Trainings sind die 149 Euro teure Standardversion oder die Variante für 169 Euro mit zusätzlicher Lade- und Lautstärkesteuerung plausibel.

Wer regelmäßig lange Läufe absolviert und dabei möglichst lange ANC-Wiedergabe, stärkere Abschirmung, anpassbare Aufsätze oder Trainings-Herzfrequenzdaten benötigt, findet diese Kombination bei den AirPods Pro 3.