Alphabet meldete am 28. Oktober 2026 für das am 30. September beendete dritte Quartal einen Umsatz von 127,577 Milliarden US-Dollar, 25 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das verwässerte Ergebnis je Aktie nach GAAP sank im Jahresvergleich von 2,87 auf 2,12 US-Dollar. Google Cloud wuchs kräftig, während Alphabet zugleich einen negativen Free Cash Flow auswies.
Inhalt
- Alphabet wuchs beim Umsatz, das Nettoergebnis sank
- Search wuchs weiter, doch AI Mode brachte weniger Erlös
- Google Cloud wuchs um 103 Prozent
- Hohe Investitionen drückten den Free Cash Flow ins Minus
Alphabet wuchs beim Umsatz, das Nettoergebnis sank
Alphabet erzielte im Quartal ein operatives Ergebnis von 40,576 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 30 Prozent. Die operative Marge lag bei 31,8 Prozent. Das den Stammaktionären zurechenbare Nettoergebnis fiel dagegen von 34,979 Milliarden auf 26,170 Milliarden US-Dollar.
Finanzchefin Anat Ashkenazi führte den Nettoaufwand von 8,2 Milliarden US-Dollar im Finanzergebnis vor allem auf einen nicht realisierten Verlust aus Alphabets SpaceX-Beteiligung zurück. Dessen Aktienkurs war im Quartal gefallen. Der Rückgang des Nettoergebnisses erklärt, warum der Umsatzanstieg nicht zu einem höheren verwässerten Ergebnis je Aktie führte.
Search wuchs weiter, doch AI Mode brachte weniger Erlös
Google Search & other setzte 63,350 Milliarden US-Dollar um, 12 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Alphabet zufolge erreichte das Wachstum der Suchanfragen im Jahresvergleich den höchsten Stand seit fünf Jahren. Mehr Suchanfragen bedeuteten in diesem Quartal jedoch nicht automatisch mehr Erlös pro Anfrage: Philipp Schindler, Googles Chief Business Officer, sagte, AI-Mode-Anfragen seien im Schnitt geringer monetarisiert worden.
Sundar Pichai zufolge waren Suchanfragen im AI Mode durchschnittlich dreimal so lang wie herkömmliche Suchanfragen. Weltweit nutzte jede fünfte AI-Mode-Anfrage Spracheingabe, Bilder oder Dokumente. Diese Nutzungswerte stehen neben Schindlers Hinweis auf die geringere Monetarisierung.
Schindler nannte Wechselkurse als größten einzelnen Faktor für die Verlangsamung des Umsatzwachstums von Search gegenüber dem zweiten Quartal. Er verwies außerdem auf Entwicklungen in einzelnen Werbesparten: Einzelne Einzelhändler im asiatisch-pazifischen Raum waren von der Abschaffung der EU-De-minimis-Ausnahme betroffen. Die Ausgaben für Medien- und Unterhaltungswerbung normalisierten sich nach einem ungewöhnlich starken zweiten Quartal rund um die FIFA-Weltmeisterschaft.
Google Cloud wuchs um 103 Prozent
Google Cloud erzielte 30,709 Milliarden US-Dollar Umsatz, ein Plus von 103 Prozent im Jahresvergleich. Das operative Ergebnis stieg auf 11,121 Milliarden US-Dollar, die operative Marge auf 36,2 Prozent. Im Vorjahresquartal hatte sie bei 23,7 Prozent gelegen.
Google Cloud Platform (GCP) stellte laut Alphabet den größten Teil des Cloud-Umsatzes. Zum Wachstum trugen KI-Infrastruktur, KI-Lösungen, die Kerndienste von GCP und der Verkauf von TPU-Systemen bei. Eine getrennte Umsatzsumme für KI- und übrige Cloud-Dienste wies Alphabet für das Quartal nicht aus.
Der Cloud-Auftragsbestand belief sich auf 561 Milliarden US-Dollar. Alphabet erwartete, etwas mehr als 55 Prozent davon innerhalb der folgenden 24 Monate als Umsatz zu erfassen. Der größte Teil des Auftragsbestands entfiel auf übliche GCP-Verträge.
Hohe Investitionen drückten den Free Cash Flow ins Minus
Alphabet meldete für das dritte Quartal einen operativen Cashflow von 42,3 Milliarden US-Dollar und Investitionen (CapEx) von 51,4 Milliarden US-Dollar. Der Free Cash Flow ergibt sich hier aus der Differenz: 42,3 minus 51,4 Milliarden US-Dollar entsprechen rund minus 9,1 Milliarden US-Dollar.
| Kennzahl | Q3 2026 | Zusammenhang |
| Operativer Cashflow | 42,3 Mrd. US-Dollar | Ausgangswert |
| Investitionen (CapEx) | 51,4 Mrd. US-Dollar | Werden vom operativen Cashflow abgezogen |
| Free Cash Flow | −9,1 Mrd. US-Dollar | 42,3 − 51,4 = −9,1 |
Ashkenazi verwies außerdem auf den Aufbau von TPU-Systembeständen und eine Barzahlung von 5,2 Milliarden US-Dollar im Zusammenhang mit einer Strafe der Europäischen Kommission aus dem Jahr 2018 als Faktoren für den Cashflow. Bei TPU-Systemen schließt Alphabet zunächst Kundenverträge ab, baut anschließend Lagerbestände auf und liefert die Systeme später aus und stellt sie in Rechnung. Die Bestände entstehen damit vor Auslieferung und Abrechnung.
Für 2026 hielt Alphabet an einer CapEx-Prognose von 195 bis 205 Milliarden US-Dollar fest. Für 2027 erwartete das Unternehmen deutlich höhere Investitionen.