Eine spannende Möglichkeit, die Vergangenheit von Unternehmen zu erkunden, besteht darin zu betrachten, wie sie sich die Zukunft vorstellten. Apple hatte dabei in Cupertino einige ganz interessante Ideen, darunter das Konzept des Knowledge Navigator, das der damalige CEO John Sculley 1987 vorstellte. Um es der Öffentlichkeit zu präsentieren, ließ Sculley eine Reihe von Videos mit begrenztem Budget produzieren – und das Ergebnis wurde zunächst heftig abgelehnt.

Als Apple den Computer der Zukunft zeigte – und niemand es glaubte
Knowledge Navigator

Der Knowledge Navigator

Das Jahr war 1987. Apple sammelte gerade die Scherben nach dem Abgang von Steve Jobs auf, und die direkten Konkurrenten gewannen an Boden. Trotz aller Schwierigkeiten setzten die Köpfe in Cupertino auf die Zukunft – insbesondere auf den Bildungsmarkt. Das führte zu CEO John Sculley, der auf der Konvention EDUCOM '87 die Bühne betrat und den Knowledge Navigator präsentierte.

Um den Knowledge Navigator vollständig zu verstehen, müssen wir Alan Kay und seine beiden Konzepte erwähnen: KiddiComp (1968) und Dynabook (1972). Seine Idee war es, einen persönlichen Computer für Kinder aller Altersgruppen zu entwickeln, was später im OLPC-Programm (an dem Kay beteiligt war) mündete. Tablet-Format, Touchscreen, Mobilität und eine außergewöhnliche Spracherkennung waren die Säulen des Knowledge Navigator, der ungefähr so aussah:

Ein grundlegendes „Problem“ im Video ist die Art, wie der Professor mit seinem Computer interagiert. Die Spracherkennung ist auf Science-Fiction-Niveau, aber das Unglaubliche ist die Fähigkeit des Assistenten, Kontext, Pausen, Unterbrechungen und alle sekundären semantischen Details zu verstehen. Mit anderen Worten: Es gibt keine Fehler bei der Nutzung des Knowledge Navigator, und sein integrierter Assistent verhält sich allzu menschlich.

Natürlich lehnte die Computerwelt von 1987 jede Möglichkeit ab, dass eine solche Technologie in absehbarer Zeit Realität werden könnte. Und aus gewisser Sicht hatten beide Seiten recht: Touchscreens und virtuelle Assistenten sind heute allgegenwärtig, aber Apples Vision brauchte dreißig Jahre Entwicklung.

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