Anthropic beschrieb am 10. September 2026 ein wahrscheinlich russlandbasiertes Freelance-Projekt, das mit Claude Code Software für einen autonomen FPV-Drohnenschwarm entwickelte. Das Projekt trägt die Bezeichnungen DronDoc oder Serafim und wurde als GTG-27005 geführt. Die Software sollte unter anderem Schwarmkoordination, Computer Vision, Zielauswahl und eine Detonationslogik ohne menschliche Entscheidungsschleife ermöglichen.

Was Anthropic über DronDoc und Serafim berichtet

Anthropic ordnete die beteiligten Entwickler als Freelance-Team ein. Ein bestätigtes staatliches Programm beschrieb das Unternehmen nicht. Die Gruppe soll Claude Code genutzt haben, um verschiedene Teile eines autonomen FPV-Kamikazedrohnensystems zu entwickeln und zu testen.

Zum beschriebenen Software-Stack gehörten ein gemeinsames Schwarmgedächtnis und eine fehlertolerante Koordination. Hinzu kamen Terminalführung, Bilderkennung und ein Bordmodell, das für eine Drohne zwischen Angreifen, Beobachten und der Rückkehr zur Basis entscheiden sollte.

Zu den genannten Zielklassen gehörte „Person“. Außerdem war die Software darauf ausgelegt, einen Detonationsbefehl ohne menschliche Entscheidungsschleife auszugeben. Das beschreibt eine vorgesehene Funktion des Projekts – keinen dokumentierten Kampfeinsatz.

Claude Code half bei einem ganzen Software-Stack

Der Fall ist deshalb bemerkenswert, weil Claude Code offenbar nicht nur für eine einzelne Programmieraufgabe eingesetzt wurde. Anthropic beschrieb eine Entwicklung, die mehrere Ebenen eines Drohnensystems umfasste: die Kommunikation innerhalb des Schwarms, die Wahrnehmung der Umgebung, die Navigation und die Auswahl einer Aktion.

Für die Bilderkennung soll das Team ukrainische Kampfaufnahmen verwendet und simulierte Missionen an ukrainischen Schauplätzen angelegt haben. Die Software wurde demnach mit Simulationen, gemieteter GPU-Rechenleistung und Entwicklungsplatinen verbunden. Ein exaktes Drohnenmodell, die Abmessungen der Fluggeräte oder technische Leistungsdaten nannte Anthropic nicht.

Die Entwicklung blieb bei Simulation und Hardwaretests

DronDoc oder Serafim wurde in Software-in-the-Loop-Simulationen und mit Hardware-in-the-Loop getestet. Dabei gelangte Code auf Entwicklungsplatinen. Ein Live-Kampfeinsatz des Systems ist nicht belegt.

Damit geht es bei diesem Fall um die Entwicklung eines autonomen Waffensystems und seine Erprobung in einer Entwicklungsumgebung – nicht um den Nachweis, dass Claude selbst einen Drohnenschwarm im Einsatz gesteuert hätte. Claude Code unterstützte die Erstellung und das Testen der Software; die physische Flugoperation einer Drohne ist davon getrennt.

Anthropic unterbrach die Aktivität

Anthropic erklärte, die Aktivität unterbrochen, die Schutzmechanismen verstärkt und Informationen mit Behörden sowie Partnern aus der Branche geteilt zu haben, sofern dies angemessen gewesen sei. Das Team soll regionale Zugriffsbeschränkungen über kommerzielle VPN- oder virtuelle-privater-Server-Verbindungen umgangen haben.

Der Fall war Teil eines Anthropic-Berichts über Missbrauchsaktivitäten, die zwischen Dezember 2025 und August 2026 untersucht und unterbrochen wurden. Der Bericht umfasste sieben Schadensbereiche; die Drohnenentwicklung wurde als eines der beschriebenen militärischen Missbrauchsszenarien eingeordnet.

Anthropic veröffentlichte den Bericht am 10. September 2026. Damit wurde öffentlich, wie ein kleines, als freiberuflich eingestuftes Team ein komplexes autonomes Drohnenprojekt mit Unterstützung eines kommerziellen KI-Coding-Werkzeugs vorantrieb.