Bloomberg berichtete am 14. Oktober 2026, dass Bank of America nicht mehr über eine Rolle als Gesamtkoordinator beim möglichen Börsengang von Moonshot AI in Hongkong verhandelt. Die vorherigen Gespräche führten laut Bloomberg zu keinem formellen Mandat.

Moonshot AI und Bank of America: zwei getrennte Entwicklungen

Zum Hintergrund des möglichen Börsengangs in Hongkong bietet NeoTeos frühere Berichterstattung zu Moonshot AI und DeepSeek. Unabhängig davon berichtete Reuters am 11. Oktober 2026 von Vergleichsgesprächen zwischen Moonshot-Führungskräften, Recurrent.ai und einigen Investoren. Das Hongkonger Schiedsverfahren lief Reuters zufolge seit 2024. Die Gespräche betrafen einen Streit über die Gründung und die Eigentumsverhältnisse von Moonshot AI; einen Vergleich hatten die Beteiligten laut Reuters nicht erzielt.

Was die Prozentzahlen bedeuten

Reuters zufolge erhielt Recurrent.ai bei der Gründung von Moonshot AI 9,5 Prozent der ursprünglichen Aktien. Recurrent.ai und einige Investoren verlangen als Ausgleich eine Summe, die 10,5 Prozent dieser ursprünglichen Aktien entspricht. Die beiden Zahlen beschreiben also unterschiedliche Dinge: die ursprüngliche Zuteilung und den geforderten Ausgleich.

AngabeAnteil an Moonshots ursprünglichen Aktien
Ursprüngliche Zuteilung an Recurrent.ai9,5 %
Als Ausgleich gefordert10,5 %

Eine von Reuters zitierte Person schätzte den möglichen Anspruchswert auf mehr als 700 Millionen US-Dollar. Die Schätzung stützte sich auf eine Bewertung von Moonshot AI mit 30 Milliarden US-Dollar bei einer Finanzierungsrunde im Juni 2026.

Die Vorwürfe und die Antworten

Recurrent.ai und einige Investoren warfen Yang Zhilin und Zhang Yutao laut Reuters vor, Moonshot AI ohne Zustimmung des Recurrent-Vorstands gegründet, gegenüber Recurrent-Investoren falsche Angaben gemacht und sich auf Kosten von Recurrent persönlich bereichert zu haben. Ein von Reuters beschriebenes Anwaltsschreiben enthielt außerdem Vorwürfe zu einer nicht genehmigten Übertragung von Servern mit Sprachmodelldaten im April 2023 sowie zur Löschung weiterer Daten im September 2024.

Yang Zhilin hatte die Vorwürfe zuvor zurückgewiesen. David Morrison, Senior Partner bei MinterEllison, das Yang Zhilin, Zhang Yutao und Moonshot AI vertritt, bezeichnete den Fall in Äußerungen gegenüber chinesischen Medien im November 2024 als rechtlich und sachlich unbegründet und kündigte eine Verteidigung an, berichtete Reuters. Moonshot AI lehnte Reuters’ Bitte um Stellungnahme zum aktuellen Bericht ab.