Die Rekonstruktion des Gehäuses eines Retro-Computers
Die Rekonstruktion des Gehäuses eines Retro-Computers

Die Arbeit an Retro-Computern ist zugleich faszinierend und frustrierend – faszinierend, weil wir der Obsoleszenz die Stirn bieten können, und frustrierend, weil die Zeit immer ihre Spuren hinterlässt.

Beim Toshiba Libretto 50CT, das Polymatt auf YouTube restaurieren wollte, gibt es zwei Probleme: ein sehr hartnäckiges Passwort und den beeindruckenden Verfall seines Plastikgehäuses.

Der Toshiba Libretto 50CT ist uns nicht fremd. Colin vom Kanal This Does Not Compute hat im Februar letzten Jahres einen restauriert, und selbst mit den richtigen Werkzeugen stand er vor mehreren Herausforderungen. Die Situation des 50CT, den Polymatt in den Händen hat, ist jedoch viel schlimmer. Erstens erfordert das unbekannte Passwort einen speziellen Hardware-Schlüssel, um es aus dem System zu entfernen (das Entfernen der CMOS-Batterie reicht nicht), und zweitens ... das Plastik. Die gesamte Libretto-Serie ist bekannt für ihre Tendenz, „zum Erdöl zurückzukehren“, wobei die Gehäuse nach drei Jahrzehnten zerfallen.

Ein neues Gehäuse für ein Notebook von 1996

Polymatt beschloss, sich zuerst dem Bildschirm zu widmen. Das Notebook lässt sich ohne großen Widerstand zerlegen (leider können wir das von modernen PCs nicht behaupten), aber wenn das Ziel darin besteht, das Gehäuse neu zu formen, muss jedes Einzelteil ohne Ausnahme eingesammelt werden. Anders als bei der Reparatur des „Essigsyndroms“, das viele LCDs betrifft, ist der Zugang zum Panel und den Leuchtstofflampen kein so traumatischer Prozess, auch wenn er großen Respekt erfordert. Bei weitem der heikelste Teil ist das Löten der Hintergrundbeleuchtungskabel an die neue Röhre. Jeder Fehler wird hier teuer bezahlt.

Die Rekonstruktion des Gehäuses eines Retro-Computers
Nach drei Jahrzehnten ist es keine schlechte Idee, die Lampen zu wechseln, aber man braucht eine ruhige Hand
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Nach und nach zerfällt das Gehäuse zu Staub...

Zurück zum Gehäuse: Polymatt erklärt, warum der Verfall in einigen Bereichen so weit fortgeschritten ist. Der obere Teil besteht aus ABS-Kunststoff mit Polycarbonat und Glasfaserverstärkung, der untere Teil dagegen nur aus Polycarbonat mit Glasfaser und verliert mit den Jahren an Integrität. Das Design basiert auf dem Bau von Prototypen und der Verwendung eines Scanners, um die Position der wichtigsten internen Elemente zu kalibrieren. Die Prototypenphase ist unvermeidlich. Trotz der besten Berechnungen ist alles ein Balanceakt, und es besteht immer die Möglichkeit, dass sich das Plastik vor, während und nach dem Druck unerwartet verhält.

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Nein, das Entfernen der BIOS-Batterie reicht bei diesem Modell nicht aus
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Polymatt hat eine kleine Platine erstellt, die den offiziellen Toshiba-Schlüssel zum Löschen von Passwörtern nachahmt und außerdem die Verwendung eines Docks vermeidet

Das Absurdeste daran? Vielleicht reicht das noch nicht einmal: Polymatt hatte vor, die neuen Teile in Nylon PA 12 zu drucken, musste sich aber mit seinen eigenen Drucken begnügen, weil das Material einfach nicht gut auf die Form jedes Teils reagierte. Was ist mit dem BIOS-Passwort passiert? Am Ende entwickelte er eine maßgeschneiderte Platine (mit einigen späteren Modifikationen), die die Funktionsweise des Originalschlüssels nachbildet. Dieser Schlüssel funktioniert über den Parallelport, was ein Dock erfordert, aber die Platine wird direkt an den Sockel an der Unterseite des Computers angeschlossen.

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Die Platine funktionierte nicht nur, sondern das Gerät kehrte auch aus dem Ruhezustand zurück. Wie lange blieb es so...?
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Der endgültige Look, vorerst

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Projekt mit einem bitteren Beigeschmack wegen des Nylon-Problems endete, aber die Mission, ein Ersatzgehäuse für die Libretto-Serie zu schaffen, war durchaus erfolgreich. Polymatt hat die Dateien auf Printables veröffentlicht, und alle Interessierten können sie kostenlos herunterladen.

Zugang zu den Dateien: Hier klicken