Bei der Emulation von Konsolen stößt man in der Regel auf zwei oder drei parallele Projekte, die das System so genau wie möglich nachbilden wollen. Doch wenn es um die Nintendo Wii oder die GameCube geht, führt nur ein Weg – und an dessen Ende steht Dolphin. Gestern kündigten die Entwickler Version 5.0 an, die sich als die bisher schnellste, effizienteste und präziseste abzeichnet.
Als ich Dolphin zum ersten Mal heruntergeladen habe, war ich überrascht, wie gut es auf meiner Hardware lief, obwohl mein System kein Wunderwerk ist. Und das Beste: Ich habe kein Gamepad verwendet. Mein Einstieg war mit Version 4.0, deren schärfste Kanten bereits entfernt waren, besonders bei den beliebtesten Titeln – in meinem Fall alle Mario Kart. Aber Dolphin war nicht perfekt, und um ehrlich zu sein, ist es das immer noch nicht. Gibt es überhaupt eine perfekte Emulation? Mehr als einmal mussten die Entwickler von Dolphin und seine Nutzer gewisse Hacks einsetzen, um das eine oder andere Spiel zum Laufen zu bringen, während am Ende der Liste immer ein paar Titanen stehen, die sich trotz aller Einstellungen weigern, zu funktionieren. Die gute Nachricht: Dolphin ist gerade in eine neue Phase eingetreten, und wenn du es noch nie heruntergeladen hast, ist jetzt vielleicht der richtige Moment.
Die Neuerungen in Dolphin 5.0
Laut der offiziellen Seite konzentrierten sich die letzten Ausgaben von Dolphin – im Wesentlichen alle Builds zwischen 3.0 und 4.0 – auf eine höhere Präzision, was zulasten der Leistung ging und den Einsatz einiger der bereits erwähnten Hacks erforderte. In Version 5.0 findet man eine grundlegende Bereinigung des Codes mit zahlreichen Optimierungen in OpenGL und D3D11, die Einführung eines neuen D3D12-Backends, zFreeze-Unterstützung (die die Ausführung von Spielen wie Rogue Squadron II ermöglicht), Korrekturen beim Textur-Rendering und laut Statistiken eine um 100 Prozent schnellere CPU-Emulation.
- Verbesserungen beim Audio
- Besserer Netplay-Support
- ES_Launch (das bei Titeln wie Metroid Prime Trilogy und House of the Dead 2 Kopfschmerzen bereitete)
- Exklusiver Vollbildmodus (mit geringerer Latenz)
- Und vieles mehr
Natürlich haben all diese Vorteile ihren Preis, aber nicht unbedingt einen monetären. Dolphin 5.0 lässt Windows XP und Windows Vista hinter sich, 64-Bit-Unterstützung auf Prozessor- und Betriebssystemebene ist Pflicht, und die Mindestanforderung für die Grafikkarte ist D3D10 oder OpenGL 3. Das bedeutet, wir brauchen mindestens eine AMD Radeon der HD-4000-Serie, eine Nvidia GeForce der 8000er-Serie oder einen Intel HD 2000. Wenn der Computer diese neuen Anforderungen nicht erfüllt, ist es am besten, die vorherige Version herunterzuladen.