Eine photonische Laterne des Instituto de Astrofísica de Andalucía (IAA-CSIC) bündelte im Labortest Licht aus sieben optischen Fasern in einem Ausgang. Der Fachartikel in Optics Letters berichtet für die gefertigten Geräte von gemessenen Effizienzen über 90 Prozent bei mehreren Wellenlängen. In einer Mitteilung vom 28. Oktober 2026 nannte das IAA-CSIC die Integration der Laterne in den MARCOT Pathfinder und Tests mit Licht realer Himmelsobjekte als nächsten Schritt.
Sieben Fasern führen in einen multimodalen Ausgang
Eine Multimode-Faser kann Licht in mehreren Ausbreitungsmoden führen, also in unterschiedlichen Mustern innerhalb der Faser. Die neue Laterne führt mehrere solcher Faser-Eingänge in einem multimodalen Wellenleiter zusammen. IAA-CSIC beschreibt sieben Eingänge für das Laborgerät.
Eine von NASA Glenn beschriebene Empfangsanordnung führt Licht dagegen von einem multimodalen Eingang in mehrere Fasern mit kleineren Kernen. Die beiden Lichtwege erfüllen unterschiedliche Aufgaben:
| Optischer Aufbau | Eingang | Ausgang | Aufgabe |
| Empfangsanordnung aus der NASA-Präsentation | Eine multimodale Faser | Mehrere Fasern mit kleineren Kernen | Licht auf mehrere Ausgänge verteilen, etwa für Detektoren oder Instrumente |
| Laterne für MARCOT | Sieben optische Fasern | Ein multimodaler Wellenleiter | Licht mehrerer Teleskope in einer gemeinsamen Leitung zusammenführen |
Für das MARCOT-Konzept ist die Kombination mehrerer Eingänge entscheidend: Licht von mehreren Teleskopen soll gemeinsam zu wissenschaftlichen Instrumenten gelangen.
Was die Effizienz von über 90 Prozent beschreibt
IAA-CSIC zufolge behielt die Laterne in Labortests mehr als 90 Prozent des Lichts. Der Fachartikel berichtet von gemessenen Effizienzen über 90 Prozent nach Charakterisierungen bei mehreren Wellenlängen. Die Zahl beschreibt die Effizienz des optischen Bauteils, nicht einen gemessenen Zugewinn an Empfindlichkeit oder Auflösung des gesamten Teleskops.
Der nächste Schritt am MARCOT Pathfinder
Der MARCOT Pathfinder ist ein Demonstrator mit sieben Einheiten am Observatorium Calar Alto. Seine Inbetriebnahme war im Februar 2023 abgeschlossen; danach nahm die Anlage den routinemäßigen Beobachtungsbetrieb am Himmel auf. Diese Betriebsangaben betreffen den Demonstrator. In der Mitteilung vom 28. Oktober 2026 nannte das IAA-CSIC die Integration dieser Laterne und Tests mit Licht realer Himmelsobjekte als nächsten Schritt.
Warum multimodales Licht für Teleskope wichtig ist
Die Erdatmosphäre kann das Licht eines Sterns durch Turbulenzen verändern. Laut IAA-CSIC können Multimode-Fasern solches Teleskoplicht transportieren. Der Fachartikel beschreibt ein Design, das keine beugungsbegrenzte Einspeisung voraussetzt. Das Licht muss demnach am Fasereingang nicht bereits auf die theoretisch durch Beugung begrenzte Verteilung eingestellt sein.
Das Projekt Photonic E-MARCOT entwickelt ein Konzept für ein modulares Observatorium, in dem mehrere kleinere Teleskope Licht gemeinsam an wissenschaftliche Instrumente weitergeben. Die Laterne soll die Signale dafür zusammenführen.