Wie viele andere Computer wurde auch der IBM 1401 zu einer der beliebtesten Optionen seiner Zeit – dank seines relativ niedrigen Preises (die Miete betrug 1959 monatlich 2.500 Dollar). Seine Technologie geht vielen modernen Standards voraus, und selbst die einfachsten Aufgaben können kompliziert werden, wie das Drucken einer Weihnachtskarte. Als Reaktion auf eine Online-Herausforderung setzte sich Ken Shirriff an den 1401, stanzte Karten und ließ den 58 Jahre alten Computer seine Arbeit erledigen.

Eine Weihnachtskarte auf einem IBM 1401 von 1959 erstellen
IBM Card

Die Geschichte beschreibt den IBM 1401 als das „Model T“ der Informatik. Der blaue Riese hatte in den ersten fünf Wochen nach seiner Verfügbarkeit mehr als fünftausend Bestellungen erhalten, während man eigentlich diese Zahl über die gesamte kommerzielle Lebensdauer des Modells verteilt erwartet hatte. Natürlich war er nicht für durchschnittliche Nutzer erschwinglich, aber die monatliche Miete von 2.500 Dollar ermöglichte seine Präsenz in vielen Unternehmen, die ihn für allerlei Aufgaben nutzten – von Buchhaltung und Gehaltszahlungen bis zur Inventarkontrolle. Technisch gesehen war der 1401 ein Transistor-Computer (Teil der sogenannten „zweiten Generation“), aber die Transistoren bestanden nicht aus Silizium, sondern aus Germanium. Sein Speicher nutzte Magnetkernspeicher-Technologie mit einer maximalen Kapazität von 16.000 Zeichen.

Eine Weihnachtskarte auf einem IBM 1401 von 1959 erstellen
Er entschied sich für „Ho Ho Ho“, weil „Christmas“ für die Zeichentabelle zu komplex war.

58 Jahre nach seiner Einführung wurde der IBM 1401 verwendet, um eine Weihnachtskarte zu drucken. Das scheint nicht besonders bemerkenswert, aber Ken Shirriff (derselbe, der Bitcoins mit Stift und Papier schürfte) musste Code schreiben, 77 Karten stanzen (mit Hilfe eines speziellen Controllers, der ihm die Nutzung eines PCs erlaubte), Fehler korrigieren (es gab ein Ausrichtungsproblem zwischen dem Kartenleser und den gestanzten Löchern) und sich mit obskuren Protokollen herumschlagen. Der 1401 stammt aus der Zeit vor ASCII und verwendet einen 6-Bit-Zeichensatz namens BCDIC mit einer begrenzten Anzahl verfügbarer Zeichen. Der endgültige Ausdruck mit dem IBM 1403 zeigte den Text „Ho Ho Ho“ begleitet von einem Weihnachtsbaum.

Eine Weihnachtskarte auf einem IBM 1401 von 1959 erstellen
Der IBM 029 übernahm das Stanzen der Karten, wurde aber über einen PC gesteuert.

Und warum? Im Grunde stieß Shirriff auf den Wettbewerb des Subreddits Retro Battlestations, dessen Hauptregel darin bestand, eine Weihnachtskarte auf einem Retro-Arbeitsplatz zu erstellen und eine physische Kopie auszudrucken. Shirriff war einer der Gewinner, allerdings nicht mit dem IBM 1401, sondern mit einem noch überraschenderen System: dem Xerox Alto. Die übrigen Teilnehmer erstellten ihre Karten auf Apple II Plus, Amiga 500, TRS-80 „CoCo“, Macintosh SE, NeXT, iMac und einem alten HP Vectra.

Eine Weihnachtskarte auf einem IBM 1401 von 1959 erstellen
IBM 1401

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