In ihrem am 6. Oktober 2026 veröffentlichten Bericht meldet die Europäische Weltraumorganisation (ESA): Der Rover-Prototyp Charlie legte am sechsten Tag des Feldversuchs in Spaniens Tabernas-Wüste mehr als 60 Meter autonom zurück. Der Navigationsfehler lag laut Luc Joudrier, Leiter des Roverbetriebs für ExoMars Rosalind Franklin, bei weniger als einem Prozent.
Charlie legte am sechsten Tag mehr als 60 Meter autonom zurück
Der autonome Abschnitt war Teil einer längeren Testfahrt: Charlie fuhr während acht Tagen insgesamt 220 Meter. Die gesamte Testkampagne dauerte 20 Tage. Für den autonomen Abschnitt am sechsten Tag gab es laut Joudrier keinen Bediener am Steuer.
Ein Feldversuch für die Roveroperationen von Rosalind Franklin
Charlie ist ein von Airbus gebauter Prototyp, nicht der Rover, der für die Mission auf dem Mars landen soll. ESA zufolge nutzte Charlie dieselbe Software für Lenkung, Navigation und Steuerung, die für den Rover der Mission vorgesehen ist.
Die Teams probten die Abläufe in der Tabernas-Wüste, deren Geologie und Mineralogie laut ESA ein realistisches Einsatzszenario boten. Eine frühere NeoTeo-Berichterstattung über den Prototyp Charlie ordnete den Feldversuch bereits in die Mission ein.
So arbeitete das Team aus der Ferne
Rund 100 Wissenschaftler und Ingenieure arbeiteten an der Übung mit. Das Wissenschaftsteam saß im Rover Operations Control Centre (ROCC) in Turin, etwa 1.200 Kilometer vom Testgelände entfernt. Die Teams nutzten Roverbilder, Bodenradar und Spektralanalysen, um geeignete Ziele auszuwählen und die nächsten Schritte zu planen.
Zum Instrumentensatz der Prototypen gehörten PanCam, eine Kamera, CLUPI, eine Nahaufnahme-Kamera, Enfys, ein Spektrometer, und WISDOM, ein Bodenradar. Regen unterbrach die Erprobung an einem Tag. Bei einer anderen Gelegenheit ließ das Team eine Steigung mithilfe eines digitalen Höhenmodells prüfen: Auf den Daten aus der Ferne hatte sie steil gewirkt, vor Ort erwies sie sich als sanft.
Die nächsten geplanten Schritte der Mission
Für den Sommer 2027 plant die ESA einen komplexeren Feldversuch mit Herausforderungen, an denen der ExoMars Trace Gas Orbiter beteiligt sein soll. Die Landung von Rosalind Franklin auf dem Mars ist für 2030 geplant. Die Mission soll nach Hinweisen auf frühere mikrobielle Aktivität suchen.