Am 27. Oktober 2026 berichtete Bloomberg, europäische Amtsträger hätten ihre Gespräche über eine geringere Abhängigkeit von den USA und US-Rüstungsunternehmen intensiviert. Die Gespräche folgten auf einen Streit um Starlink in der Ukraine. Bloomberg stützte sich auf nicht namentlich genannte Personen, die mit den Gesprächen vertraut seien; die Meldung beschreibt eine politische Debatte, keinen gefassten Beschluss.

Laut Bloomberg ging es bei dem Streit um Änderungen an der Starlink-Geschwindigkeit in der Ukraine. Elon Musk habe erklärt, die Ukraine habe den Dienst entgegen den Nutzungsregeln für offensive Drohnenangriffe eingesetzt; dies habe die Reaktion des Unternehmens ausgelöst. Die Behauptung ist Musks Darstellung, keine unabhängig bestätigte Feststellung.

Was die EU mit IRIS² plant

Die Europäische Kommission und das SpaceRISE-Konsortium unterzeichneten am 7. August 2026 eine Umsetzungsvereinbarung für IRIS². Das geplante Satellitensystem soll 348 Satelliten umfassen: 330 in höheren Umlaufbahnen im niedrigen Erdorbit (LEO) und 18 im mittleren Erdorbit (MEO). Die ersten Starts sind für 2029 vorgesehen; erste sichere Kommunikationsdienste sollen kurz danach folgen.

In der Gesamtzahl sind 66 zusätzliche Satelliten im höheren niedrigen Erdorbit enthalten, die laut Kommission Verteidigungs-, Sicherheits- und Rettungsdienste stärken sollen. Die Kommission beziffert die sichere staatliche Kommunikationskapazität gegenüber dem ursprünglichen Plan auf 60 Prozent mehr innerhalb der EU und 54 Prozent mehr weltweit.

Weitere europäische Optionen

Ein Euronews-Bericht vom April 2025 nannte GOVSATCOM und Eutelsats OneWeb als europäische Optionen. GOVSATCOM bündelt bestehende Weltraumkapazitäten Europas. OneWeb ist eine bestehende Satellitenkonstellation. IRIS² wiederum ist ein geplantes System für sichere staatliche Kommunikation, dessen erste Starts für 2029 vorgesehen sind.