Die Federal Aviation Administration (FAA) hat am 13. Oktober 2026 eine Mitteilung eingereicht, in der sie eine programmatische Umweltverträglichkeitsprüfung (PEIS) für die geplanten Starship-Super-Heavy-Operationen von SpaceX am Boca Chica Launch Site in Starbase, Texas, ankündigt. Der Prüfrahmen umfasst getrennte Obergrenzen von bis zu 456 Starts und 912 Landungen pro Jahr. Die Mitteilung sollte am 14. Oktober im Federal Register erscheinen. FAA-Mitteilung
Was die FAA für Boca Chica prüfen will
Die FAA will die Umweltauswirkungen eines Ausbaus der Starts und Landungen sowie zusätzlicher Starship-Lande- und Absturzgebiete untersuchen. Die Zahl 456 steht für mögliche Starts pro Jahr; die bis zu 912 Landungen sind eine separate Obergrenze. Für die Landungen in Boca Chica spielt es dabei keine Rolle, von welchem Ort der jeweilige Start erfolgt.
Die Mitteilung eröffnet zunächst das Scoping: In dieser Phase sammelt die FAA Stellungnahmen zu möglichen Alternativen, Auswirkungen und relevanten Studien. Die genannten Werte legen den Umfang der Umweltanalyse fest. Über die vorgeschlagenen Betriebsraten entscheidet die Mitteilung nicht.
Die jährlichen Obergrenzen im Vergleich
Laut FAA-Mitteilung ist SpaceX derzeit für bis zu 25 Starts und 50 Landungen pro Jahr in Boca Chica genehmigt. Für die vorgeschlagenen Prüfphasen setzt die FAA höhere Obergrenzen an:
| Betriebsstufe | Starts pro Jahr | Landungen pro Jahr | Vorgesehene Bedingungen |
| Derzeitige Genehmigung laut FAA | 25 | 50 | 25 Starship- und 25 Super-Heavy-Landungen |
| Prüfphase 1 | bis zu 100 | bis zu 200 | Starts und Landungen an jedem Wochentag und zu jeder Uhrzeit möglich |
| Prüfphase 2 | bis zu 456 | bis zu 912 | Starts montags bis freitags, zu jeder Tageszeit; Umsetzung innerhalb mehrerer Jahre vorgesehen |
Phase 2 beschreibt die FAA als mögliche Reifephase des Programms. Für die Umweltanalyse nimmt die Behörde an, dass jeweils die Hälfte der Starts und Landungen zwischen 7 und 22 Uhr und die andere Hälfte zwischen 22 und 7 Uhr stattfindet. Diese Verteilung dient der Analyse; sie ist kein festgelegter Betriebsplan.
Umweltprüfung und Termine für die Öffentlichkeit
Die FAA will unter anderem Luftqualität, Lärm, biologische und Küstenressourcen, Wasser, visuelle Auswirkungen sowie sozioökonomische Folgen und Risiken für die Gesundheit und Sicherheit von Kindern untersuchen. Auch historische und kulturelle Ressourcen, Landnutzung, Gefahrstoffe und Energieversorgung gehören zu den Themen. Bei Fragen zum Schutz gefährdeter Arten und mariner Lebensräume konsultiert die FAA den U.S. Fish and Wildlife Service und den National Marine Fisheries Service.
Für November 2026 sind vier Präsenztermine und eine virtuelle Sitzung vorgesehen:
- 17. November: zwei Sitzungen am Texas Southmost College in Brownsville, von 13 bis 15 Uhr und von 17.30 bis 19.30 Uhr US-Central-Time.
- 18. November: virtuelle Sitzung von 17.30 bis 19.30 Uhr US-Central-Time.
- 19. November: zwei Sitzungen im Port Isabel Event & Cultural Center, von 13 bis 15 Uhr und von 17.30 bis 19.30 Uhr US-Central-Time.
Bei den Präsenzterminen können Teilnehmende mündliche Stellungnahmen zu Protokoll geben oder schriftlich einreichen. Die virtuelle Sitzung soll eine aufgezeichnete Präsentation und anschließend formelle Stellungnahmen umfassen; Beiträge im Chat werden laut Mitteilung nicht Teil der öffentlichen Akte. Für mündliche Stellungnahmen ist eine spanische Übersetzung vorgesehen.
Stellungnahmen zum Scoping nimmt die FAA bis zum 30. November 2026 über das Federal E-Rulemaking Portal unter der Vorgangsnummer FAA-2026-12808 oder per Post entgegen. Eingereichte Kommentare werden online veröffentlicht, einschließlich personenbezogener Angaben, die darin enthalten sind.