Ein Relais-Rechner aus Japan

Unsere Erkundung klassischer Computer hat uns bereits Entwicklungen wie den Xerox Alto, den IBM 1401 – ein wahres „Model T“ Ende der 50er Jahre – und einige Raritäten von der anderen Seite der Mauer nähergebracht, aber wir haben uns nie mit dem beschäftigt, was viele als die Wiege der Elektronik betrachten: Japan. Glücklicherweise hatte CuriousMarc die Möglichkeit, in dieses schöne Land zu reisen, um den FACOM 128B zu sehen, einen relaisbasierten Computer, der 1959 von Fujitsu gebaut wurde. Das Design folgt nicht nur einem anderen Weg im Vergleich zu anderen Systemen der Zeit, sondern das Unternehmen hält ihn sogar noch voll funktionsfähig.

FACOM 128B: Der japanische Computer von 1959, der noch funktioniert
FACOM 128B

Der IBM 1401 debütierte im Oktober 1959. Mit über 12.000 verkauften Einheiten wurde er zu einem der beliebtesten kommerziellen Computer, setzte aber auch mit seiner breiten Verwendung von Transistoren einen Trend.

Jenseits des Planeten setzte man jedoch auf eine frühere Vision der Informatik, opferte Leistung zugunsten langfristiger Stabilität und Wartbarkeit. So kommen wir zur FACOM-Familie von Computern, die von Fujitsu hergestellt wurden. Einer davon war der FACOM 128A, gebaut im Mai 1956. Und sein Nachfolger? Nun, warum sehen wir ihn nicht in Aktion? Das Video wurde von CuriousMarc Ende November veröffentlicht:

Ja, der FACOM 128B funktioniert, als wäre er gestern zusammengebaut worden, dank des Fujitsu-Technikers Tadao Hamada. Ebenso erstaunlich ist, dass die FACOM-Computer eine relaisbasierte Konfiguration übernahmen, Jahre nachdem der ENIAC mit Vakuumröhren als relativ stabil galt – ein Ausfall alle zwei Tage und die Erkennung in weniger als 15 Minuten war etwas „Akzeptables“.

Die Geschichte der FACOM-Serie

Das bedeutet jedoch nicht, dass Japan Röhrendesigns ablehnte. Tatsächlich entwickelte die Universität Osaka in den frühen 50er Jahren ein paar Prototypen, aber Fujitsu war der führende Anbieter von Telefonausrüstung mit Relais in Japan, und die Entscheidung, diese Technologie fortzusetzen, hat eine gewisse Logik. Der erste große kommerzielle Versuch von Fujitsu war der FACOM 100 im Jahr 1954, gefolgt vom FACOM 128A im Jahr 1956 und dem FACOM 128B im Jahr 1959.

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Robustheit und Einsatz

Der FACOM 128B wurde bei der Entwicklung fotografischer Objektive, bei der Entwicklung der NAMC YS-11 – dem ersten Passagierflugzeug, das nach dem Krieg in Japan entworfen und gebaut wurde – und bei der Bereitstellung von Rechendiensten eingesetzt. Mit über fünftausend Relais in seiner Konfiguration ist die Wartung dieses Monsters eine titanische Herausforderung, aber gleichzeitig dient es als überzeugender Beweis für seine Stabilität und Robustheit.

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