Das erste Smartphone mit drucksensitivem Touchscreen war das iPhone 6S. Apple nennt diese Technologie Force Touch – beziehungsweise 3D Touch beim 6S – und sie wird wahrscheinlich auch in zukünftigen Geräten zum Einsatz kommen. Doch es ist wohl nicht so, dass sie Apple vorbehalten bleibt. Tatsächlich hat ein Team der University of Michigan eine Möglichkeit gefunden, die Erkennung von Kraft und Druck zu simulieren, und zwar mit zwei Komponenten, die jedes Smartphone besitzt: Lautsprecher und Mikrofon. Das Ergebnis ist die App ForcePhone.

ForcePhone: Steuere dein Smartphone mit Druck
ForcePhone

Druck als Eingabe

Dass ein Bildschirm oder Touchpad unterschiedliche Druckstufen erkennt, gibt dem Nutzer mehr Flexibilität bei der Eingabe von Befehlen. Zwar erfordert es ein wenig Übung, aber sobald man diese „Ebene“ gemeistert hat, verändert sich die Bedienung des Geräts grundlegend. Apple verwendet in seiner Werbung den Begriff 3D Touch, um die Druck- und Kraftempfindlichkeit des Displays des iPhone 6S (und natürlich des 6S Plus) zu beschreiben. Im Grunde genommen ist 3D Touch der Nachfolger von Force Touch, das wir vom Apple Watch, den MacBooks mit Retina-Display und dem Magic Trackpad 2 kennen. Bisher scheint es so, als könne nur spezielle Hardware diese Funktion präzise umsetzen – aber was, wenn eine Software etwas Ähnliches erreichen könnte?

So funktioniert ForcePhone

Machen wir Platz für ForcePhone, eine Entwicklung der University of Michigan. Diese App imitiert nicht nur die Druck- und Kraftempfindlichkeit auf dem Bildschirm, sondern erweitert sie auf das gesamte Telefon – so könnte das Zusammendrücken des Gehäuses als Befehl erkannt werden. Was macht ForcePhone genau? Die App übernimmt die Kontrolle über Lautsprecher und Mikrofon. Der Lautsprecher sendet einen Ton mit einer Frequenz von 18 kHz, der für die meisten Menschen unhörbar ist, das Mikrofon aber nicht. Wenn Druck auf Bildschirm oder Gehäuse ausgeübt wird, verändert sich der Ton, und diese Veränderung wird für die Zuweisung von Aktionen genutzt. Kurz gesagt: ForcePhone ist ein Sonar.

Theoretisch könnte jemand eine Notrufnummer wählen, indem er mit einem speziellen Muster auf sein Telefon drückt – ohne es aus der Tasche zu nehmen. Die Software befindet sich noch in der Entwicklung, die erste öffentliche Demo ist für die letzten Junitage geplant. Vielleicht wird ForcePhone nie die Leistung und Präzision dedizierter Hardware erreichen, aber wenn es als App auf den Markt kommt, stelle ich mir vor, dass es viele interessierte Nutzer geben wird.

Offizielle Ankündigung: