Das Herunterladen von Spielen aus dem Internet ist heute das Hauptgeschäft vieler Unternehmen, aber die allgemeine Idee hinter dieser „elektronische Verteilung“ reicht bis in die frühen 80er Jahre zurück. Die Control Video Corporation brachte mit GameLine ein System auf den Markt, mit dem Besitzer einer Atari 2600 Spiele über das Telefonnetz herunterladen konnten – per Abonnement. So konnten sie Klassiker wie Polaris und Cosmic Ark spielen.

GameLine: Der „Steam“ der 80er Jahre für die Atari 2600
GameLine

Heutzutage macht das Internet das Spielen denkbar einfach. Von kostenlosen Indie-Titeln bis zu teuren AAA-Produktionen ist alles nur einen Klick entfernt. Die beliebteste Plattform für digitale Verteilung ist zweifellos Steam. Valve veröffentlicht zwar keine offiziellen Zahlen, aber man schätzt, dass Steam etwa 80 Prozent des Marktes kontrolliert.

Der heutige Entwicklungsstand des Internets ist entscheidend für den Erfolg von Steam. Aber stellen Sie sich vor, einen ähnlichen Dienst ohne Internet anzubieten. Noch besser: Stellen Sie sich vor, es gibt kein Internet und Sie befinden sich in den frühen 80er Jahren, abhängig von den Telefonmodems dieser Zeit. Ein Albtraum? Nicht unbedingt. Die Control Video Corporation hat mit GameLine genau das geschafft, was unmöglich schien – Kompatibilität mit der Atari 2600.

Wie funktionierte GameLine für die Atari 2600?

GameLine: Der „Steam“ der 80er Jahre für die Atari 2600
Einige Geräte haben die Zeit gut überstanden. Beachten Sie die Größe der „Kartusche“.
GameLine: Der „Steam“ der 80er Jahre für die Atari 2600
Ein einzigartiger Blick ins Innere des GameLine

Die Hardware sah aus wie eine riesige Kartusche, die ein Telefonmodem und ein programmierbares Modul kombinierte, das als „Download-Kartusche“ für die empfangenen Spiele diente. Die Nutzer von GameLine mussten keine monatliche Gebühr zahlen. Stattdessen galt das Prinzip „Zahle, was du spielst“: Für etwa einen Dollar konnte man ein Spiel herunterladen, das zehn Spielrunden ermöglichte, bevor man erneut zahlen musste. Mit anderen Worten: GameLine machte aus der Atari 2600 eine halbe Arcade-Maschine.

Ein zusätzlicher Vorteil war, dass die Nutzer an ihrem Geburtstag kostenlos spielen konnten. Außerdem wurden Wettbewerbe über die Plattform organisiert, bei denen die besten Spieler regionale Preise gewannen. Und als ob das nicht genug wäre, erhielten die Abonnenten ein Magazin namens GameLiner mit Strategietipps und Informationen über neue Spiele.

GameLine: Der „Steam“ der 80er Jahre für die Atari 2600
Die Original-Werbeanzeige

Was ist mit GameLine geschehen? Der Plan war, die Plattform um zusätzliche Informationen zu erweitern, wie Börsenberichte, Sportergebnisse und E-Mail (ja, auf einer Atari 2600!). Doch GameLine beendete seine kommerzielle Tätigkeit, bevor diese Erweiterungen das Licht der Welt erblickten. Die Krise der frühen 80er Jahre setzte der Control Video Corporation hart zu.

Aber es gibt noch mehr: Die Verantwortlichen von CVC gründeten die Firma Quantum Computer Services und den Quantum Link, einen ähnlichen Dienst für Commodore-Computer. Als auch das endete, wurde Quantum Computer Services zu ... America Online.

Weitere Informationen finden Sie auf Atarimania.

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GameLine: Der „Steam“ der 80er Jahre für die Atari 2600
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