Bereits im Juli 2011 startete Microsoft eine kleine Werbekampagne namens „The G-mailman“. Darin kritisierte Redmond, dass Google die E-Mails seiner Nutzer in Gmail liest, um Werbung zu personalisieren. Diese Praxis ist bis heute aktiv, aber nun hat der Konzern aus Mountain View in einer kurzen Mitteilung bestätigt, dass sie noch vor Jahresende 2017 abgeschaltet wird. Die allgemeine Werbung im Dienst wird natürlich nicht verschwinden, und die Personalisierung wird von anderen Parametern abhängen.

Google liest deine Gmail-Nachrichten nicht mehr
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„Wenn du nicht bezahlst, bist du das Produkt“

Der Satz „Wenn du nicht für etwas bezahlst, bist du das Produkt“ wurde schon oft in Frage gestellt. Doch bei Online-Diensten gibt es wenig Spielraum. Plattformen wie Google, Facebook und Microsoft bieten kostenlose Dienste an, die durch eine ständige Datensammlung finanziert werden, um Werbung zu personalisieren und die Dienste zu verbessern. Das Problem entsteht, wenn die Sammlung eine Grenze überschreitet, die uns unwohl fühlen lässt. Bei Google ist das Beispiel Gmail: Jede gesendete und empfangene E-Mail wird „in Inhalt und Kontext“ gescannt, um relevantere Werbung zu präsentieren. Google musste sich mehreren Klagen stellen und das Lesen in seinen Bildungs-Apps deaktivieren, aber nun wird das auf alle Nutzer ausgeweitet.

Google liest deine Gmail-Nachrichten nicht mehr
Gmail soll nun den Personalisierungsoptionen gehorchen.

Einheitliche Personalisierung

Google möchte nun seine Personalisierungsmethoden zwischen dem herkömmlichen Gmail, den Bildungs-Apps und dem Unternehmensbereich G Suite vereinheitlichen. In allen Fällen basiert die Werbung auf spezifischen Parametern, die der Nutzer in seinem Konto festgelegt hat. Diese Parameter können über diesen Link überprüft werden, der auch die Möglichkeit bietet, die Personalisierung vollständig zu deaktivieren. Ich persönlich finde es besser, die Ergebnisse auf ein paar manuell eingegebene Kategorien zu beschränken, als den Algorithmen zu erlauben, qualitativ minderwertige Ergebnisse zu liefern.

Was bleibt: Spam-Schutz und Smart Reply

Dennoch wird die E-Mail-Prüfung in Gmail weiterhin durchgeführt, um den Inhalt zu indexieren, Filter anzuwenden, Spam zu erkennen und Malware zu entfernen. Gleichzeitig analysiert die Smart-Reply-Funktion in der mobilen Version von Gmail (die Mitte Mai vorgestellt wurde) den Kontext jeder E-Mail und bietet eine schnelle automatische Antwort.

Offizielle Ankündigung: