Die digitale Technologie hat nicht nur alltägliche Aspekte unseres Lebens wie Kommunikation und Unterhaltung verbessert, sondern auch Brücken zwischen verschiedenen Bereichen und Genres geschaffen, die bis vor wenigen Jahren noch als unmöglich galten. Diese Brücken zeigen sich in Projekten wie Hellblade, dem kommenden Spiel von Ninja Theory, das auf der Unreal Engine 4 basiert und dessen Entwicklung eine Schauspielerin zeigt, die ihre Stimme, Bewegungen und Ausdrücke in Echtzeit direkt in die Grafik-Engine einbringt.

Hellblade: Virtuelle Menschen und Echtzeit-Schauspiel
Hellblade

In der Filmwelt heißt es, dass James Cameron ein Jahrzehnt warten musste, um „Avatar“ zu machen, einfach weil die notwendige Technologie noch nicht vorhanden war. Schließlich präsentiert der Film eine komplexe Kombination aus Computergrafik, Animation, Motion Capture und echten Schauspielern, die neben virtuellen Charakteren agieren. Nun wird Avatar im Dezember sieben Jahre alt, und obwohl es seine Fans immer noch begeistert, ist es aus technologischer Sicht ein Museumsstück. Heute können Schauspieler und Entwickler mit viel weniger viel mehr erreichen (ich entschuldige mich für die Betonung), aber das Beste daran ist, dass die Vorteile nicht auf den Film beschränkt sind. Was uns heute hier zusammenführt, ist der Fall der Videospiele. Dass ein Schauspieler oder eine Schauspielerin sein oder ihr Bild für einen hochkarätigen Titel zur Verfügung stellt, ist nicht gerade neu (Ellen Page und Willem Dafoe in Beyond oder Kevin Spacey in CoD: Advanced Warfare sind die ersten Beispiele, die mir in den Sinn kommen), aber die Tatsache, dass die gesamte Arbeit in Echtzeit erfasst und verarbeitet wird, das ist etwas anderes. Schauen Sie sich zuerst das an:

Was Sie gerade gesehen haben, ist der neueste offizielle Trailer zu Hellblade: Senua’s Sacrifice, einem Titel von Ninja Theory (Heavenly Sword, DmC), der vor Jahresende für PlayStation 4 und Windows erscheinen wird. Die Geschichte ist von der keltischen Mythologie inspiriert und erforscht auch verschiedene Elemente der Psychose, die die Figur Senua betrifft. Die Schauspielerin Melina Juergens verleiht Senua Gesicht und Stimme, aber das Beeindruckendste zeigt sich in den ersten 40 Sekunden des nächsten Videos, das als „Behind the Scenes“ sowohl für den Trailer als auch für einen großen Teil des Projekts dient. Der Punkt ist, dass Melina in Echtzeit schauspielert, so wie sie es an einem traditionellen Filmset tun würde, und alles, was sie in dieser Performance liefert, wird in der Unreal Engine 4 dargestellt, ohne Änderungen oder Nachbearbeitung. Sehen Sie selbst:

Diese „virtuelle Schauspielerei“ benötigte insgesamt sieben Wochen, um vom Konzept zum Test zu gelangen, und vereint die Anstrengungen von Epic Games, 3Lateral (das die virtuelle Version von Melina entwickelt hat), Cubic Motion (zuständig für die Gesichtserkennung) und Ninja Theory. Wer mehr über die angewandten Techniken erfahren möchte, sollte unbedingt den YouTube-Kanal von Ninja Theory besuchen, mit eher „konventionellen“ Sessions, wenn man so will, die aber nicht weniger beeindruckend sind.

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