Auf der Computex Taipei 2016 hat Intel den Core i7-6950X vorgestellt und damit die Spekulationen beendet, die wir bereits Mitte April angedeutet hatten – damals war die Quelle allerdings nicht ganz offiziell. Der neue Prozessor ist Intels Flaggschiff aus der Broadwell-E-Familie in 14-Nanometer-Technik und nutzt den Sockel LGA 2011-3. Es ist der erste Intel-Chip mit zehn Kernen, der für den allgemeinen Verbraucher gedacht ist, und der Preis liegt erwartungsgemäß im vierstelligen Bereich.

Intel Core i7-6950X: Intels 10-Kern-Chip ist da
Core i7

Der erste Tag der Computex Taipei war voller Neuheiten, und Intel nutzte die Gelegenheit, eines seiner am schlechtesten gehüteten Geheimnisse zu lüften. Trotz zahlreicher Lecks auf der offiziellen Seite und bei wichtigen Partnern war es offiziell, als Intel das Embargo aufhob – ein eher symbolischer Akt zu diesem Zeitpunkt. Intel ließ damit seinen „kleinen großen Monster“ frei.

Intel Core i7-6950X: Intels 10-Kern-Chip ist da
Intel Core i7

Technische Details

Die Spezifikationen erklären die Begeisterung. Während die Xeon-Familie die Zehn-Kern-Marke schon seit fast zwei Jahren überschritten hat, ist dies das erste Mal, dass ein solcher Chip für Desktop-Systeme angeboten wird. Hyper-Threading verdoppelt die Threads automatisch, doch alle sind sich einig, dass dafür hochoptimierte Software nötig ist, um diese Ressourcen voll auszuschöpfen. Weitere Zahlen bestätigen das Bekannte: 3 GHz Basis, 3,5 GHz Turbo, 25 MB L3-Cache, 40 PCIe-3.0-Lanes und eine TDP von 140 Watt. Der Core i7-6950X unterstützt DDR4-2400 im Vierkanalbetrieb, was für fast jede Anwendung ausreichend Bandbreite bieten sollte.

Zukunftssicherheit und Software-Optimierung

Hier müssen wir eine Pause einlegen. Der Intel Core i7-6950X ist potenziell der leistungsstärkste Prozessor, den der Gigant aus Santa Clara für Desktop-Rechner gebaut hat. Doch wer sein Geld investiert, macht eine ziemlich große „Zukunftswette“ – auch wenn Intels High-End-Architektur sich immer stärker von den Massen-Chips unterscheidet. Die ersten Benchmarks sprechen für sich: Kein Spiel kann zehn Kerne und zwanzig Threads ausnutzen – Punkt. Es liegt an den Entwicklern, sich für Multi-Core-Optimierung zu entscheiden oder eher auf die Leistung aktueller Grafikkarten zu setzen. In Umgebungen mit starker Multi-Threading-Unterstützung – wie 4K-Encoding, Komprimierung, Rendering oder beim gleichzeitigen Betrieb mehrerer virtueller Maschinen – sind der 6950X und seine kleineren Brüder ideal.

Zum Preis: Das Bild zeigt es bereits, aber wir wiederholen es zur Sicherheit: 1.723 US-Dollar. Wir lagen mit unseren 1.500 Dollar also gar nicht so falsch.

Quelle: AnandTech