Weltraummüll wird zu einem ernsten Problem, denn er gefährdet nicht nur Astronauten und private Passagiere im Erdorbit, sondern auch die empfindlichen Satellitennetze und natürlich die Internationale Raumstation. Vor diesem Hintergrund wird die japanische Versorgungsmission HTV-6, auch bekannt als Kounotori 6, das elektrodynamische Seil KITE testen, das 700 Meter lang ist und dessen Hauptaufgabe darin besteht, Weltraumschrott in der Atmosphäre verglühen zu lassen.
Die Mission HTV-6
Nach dem Verlust von Progress 65 richteten sich alle Blicke nach Japan, wo der Start von HTV-6 bzw. Kounotori 6 erwartet wurde. Der Start erfolgte letzten Freitag erfolgreich, und nach verfügbaren Informationen wird das Raumschiff am nächsten Mittwoch an der Internationalen Raumstation ankommen. In der Fracht von Kounotori 6 befinden sich grundlegende Vorräte wie Nahrung und Wasser (600 Liter) sowie mehrere CubeSats und sechs Lithium-Ionen-Batterien, die die bisherigen Nickel-Wasserstoff-Batterien ersetzen sollen. Das ist jedoch nicht alles. Kounotori 6 führt auch zwei interessante Experimente mit sich. Das erste heißt SFINKS und wird hauchdünne Solarzellen im Weltraum testen. Das zweite ist das Thema dieses Artikels.
Das KITE-Experiment
Sein offizieller Name ist KITE, was für Kounotori Integrated Tether Experiment steht. Einfach ausgedrückt handelt es sich um ein 700 Meter langes Seil, das Weltraummüll einfangen soll. Das Seil kann seine Position relativ zum Raumschiff ändern, indem es die Kraft eines elektrischen Stroms und das Magnetfeld der Erde nutzt. Im Demonstrationsvideo sehen wir, wie KITE ein besonders großes Stück Weltraummüll bewegt und seinen Wiedereintritt in die Atmosphäre erzwingt. Die eigentliche Frage ist jedoch, wie es mit kleineren Teilen funktioniert. In der Theorie könnte dieses Seil aus Aluminium und Stahl bis zu 10.000 Meter lang sein, falls die Ergebnisse positiv ausfallen.
https://www.youtube.com/embed/FhRiPot8DtEÜberwachung und das Ende der Mission
JAXA hat angekündigt, dass die Leistung von KITE über Kameras überwacht wird, was die Möglichkeit für einige Videos in der Zukunft eröffnet. Wir müssen uns jedoch noch etwas gedulden, denn die Tests werden beginnen, sobald Kounotori 6 die Internationale Raumstation verlassen hat. Wie dem auch sei, das Schicksal von Kounotori 6 ist es, zusammen mit KITE und dem Abfall der Station, einschließlich der ausgedienten Ni-H-Batterien, in der Atmosphäre zu verglühen.