Die Linux Foundation stellte am 20. Oktober 2026 eine Studie von Linux Foundation Research vor, die den Anteil minderwertiger, KI-generierter Beiträge unter eingehenden Open-Source-Pull-Requests (PRs), also vorgeschlagenen Codeänderungen, auf 25 Prozent schätzt. Grundlage sind Antworten von 111 Befragten, keine Auszählung tatsächlich eingereichter PRs.

Die 45 Fragen umfassende Onlineumfrage lief von April bis Juni 2026 und umfasste insgesamt 234 qualifizierte Befragte. Die Studie untersucht Open-Source-Projekte allgemein, nicht allein den Linux-Kernel.

Die Grafik des Berichts beschreibt die geschätzte Kategorie als „minderwertig und/oder KI-generiert“. Im Text bezeichnet der Bericht minderwertige, KI-generierte Beiträge als „AI Slop“.

Die Schätzung fällt je nach Projektgröße unterschiedlich aus

Für große Projekte lag die mittlere Schätzung bei 31 Prozent. Bei kleinen Projekten waren es 23 Prozent, bei mittleren 20 Prozent. Auch diese Werte beruhen auf Einschätzungen von Befragten, nicht auf einer Prüfung eingereichter PRs.

ProjektgrößeZahl der MitwirkendenGeschätzter Anteil
KleinWeniger als 1023 Prozent
Mittel11 bis 5020 Prozent
GroßMehr als 5031 Prozent

Der höhere Schätzwert für große Projekte steht neben einem größeren Beitragsaufkommen: In der Umfrage berichteten 59 Prozent der Maintainer von mehr OSS-Beiträgen seit dem Aufkommen generativer KI. Bei großen Projekten waren es 69 Prozent.

Der Zeitgewinn hängt von der Aufgabe ab

Die Befragten schätzten die durchschnittliche Zeitersparnis beim Verfassen von Code auf 52 Prozent, bei Diskussionen über Vorschläge dagegen auf 19 Prozent. Für Aufgaben mit hoher Komplexität gaben 21 Prozent an, mit generativer KI mehr Zeit zu benötigen. Die Ergebnisse beschreiben damit unterschiedliche Einschätzungen je nach Tätigkeit, keinen einheitlichen Zeitgewinn für die gesamte Entwicklung.

Viele Projekte haben noch keine feste KI-Regel

Bei einer Frage zu Projektregeln für Beiträge mit generativer KI antworteten 119 Personen. 35 Prozent der Projekte erlaubten solche Beiträge ausdrücklich; 32 Prozent hatten keine Regelung und planten auch keine. Weitere 23 Prozent planten eine Regel, während 10 Prozent KI-gestützte Beiträge untersagten.

Regel für KI-BeiträgeAnteil der Projekte
Beiträge mit generativer KI ausdrücklich erlaubt35 Prozent
Keine Regelung, keine geplant32 Prozent
Regelung geplant23 Prozent
KI-gestützte Beiträge untersagt10 Prozent

Zugleich stimmten 71 Prozent der Maintainer zu, dass generative KI die Einstiegshürden für Open-Source-Beiträge senkt. 53 Prozent widersprachen der Aussage, sie habe das Vertrauen in die Community verbessert. Beim Mentoring neuer Mitwirkender sahen 46 Prozent einen höheren Bedarf, 32 Prozent einen geringeren.

Linux Foundation Research empfiehlt schriftliche Regeln für KI-gestützte Beiträge, klare Vorgaben zur Offenlegung und einheitlichen Zuschreibung sowie Tests und Dokumentation durch die Mitwirkenden vor dem Einreichen. Der Bericht rät außerdem, KI-Werkzeuge dort für Wartungsaufgaben einzusetzen, wo sie hilfreich sind, und menschliches Mentoring fortzuführen.