Abgesehen von der Volatilität des Bitcoin, seinem langfristigen Nutzen und der Debatte darüber, ob es wirklich Geld ist, gibt es einen viel kritisierten Aspekt: seine Effizienz, die auch andere Kryptowährungen betrifft. Das Mining erfordert eine außergewöhnliche Menge an Energie. Deshalb beschloss das Instituto de Obsolescencia Humana, die Möglichkeit zu untersuchen, die vom menschlichen Körper abgegebene Wärme zu nutzen. Die Ergebnisse sind … nicht besonders gut.
Die Energieproblematik des Bitcoin
Vor ein paar Wochen gab Steam bekannt, dass die Plattform keine Bitcoin-Zahlungen mehr akzeptieren wird. Die extreme Volatilität des Kryptowährungspreises und schwindelerregende Transaktionsgebühren (im schlimmsten Fall bis zu 20 US-Dollar) untergraben ihren Nutzen im Verbrauchermarkt. Aus gewisser Sicht ist Bitcoin zum digitalen Äquivalent von Gold geworden: Es ist ein Vermögen wert, aber unbequem zu verwenden. Die Zeiten, in denen man mit Bitcoins eine Pizza kaufen konnte, sind lange vorbei. Zu diesem Problem kommt die Effizienz hinzu, oder besser gesagt: der Mangel an Effizienz. Eine einzelne Bitcoin-Transaktion verbraucht so viel Energie wie zehn Haushalte in einer Woche, während das gesamte Netzwerk den Energie-Fußabdruck Bulgariens übersteigt.
Das Experiment: Körperwärme statt Strom
Wie schwierig wäre es also, Bitcoins mit der Energie des menschlichen Körpers zu schürfen? Das Instituto de Obsolescencia Humana führte eine Reihe von Studien durch, bei denen jeder Teilnehmer mit einer Art Weste ausgestattet wurde, die mehrere integrierte thermoelektrische Generatoren enthält. Die von den Generatoren gewonnene Energie wird dann an Computer weitergeleitet, die wiederum alternative Kryptowährungen wie Vertcoin, Startcoin, Lisk und Dash schürfen. Die Teilnehmer müssen lediglich liegen bleiben. Der Prozess erfordert keine körperliche Aktivität oder Ähnliches. Insgesamt trugen 37 „Miner“ 212 Arbeitsstunden bei, wobei etwa 127 Watt erzeugt wurden.
Das bedeutet einen Durchschnitt von 0,6 Watt pro Stunde. Wenn man bedenkt, dass ein ruhender Körper etwa 110 Watt erzeugt und 80 Prozent als Wärme verloren gehen, liegt die gewonnene Energie unter 1 Prozent. Würde man das irgendwie auf das Bitcoin-Mining übertragen, bräuchte man 44.000 Menschen, die 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche einen ganzen Monat lang liegen, um einen Bitcoin zu produzieren – und jeder würde (zum aktuellen Preis) weniger als 40 US-Cent erhalten. Ich glaube, wir hätten mit Amazon Turk besseres Glück.
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Quelle: Motherboard