Marvell Technology kündigte am 2. November 2026 eine definitive Vereinbarung an, Lumentum in einem reinen Aktientausch zu übernehmen. Für jede Lumentum-Aktie sollen deren Anteilseigner 4,5 Marvell-Aktien erhalten. Zum Zeitpunkt der Ankündigung war die Übernahme noch nicht vollzogen; Marvell erwartete den Abschluss im ersten Halbjahr 2028, vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre beider Unternehmen, behördlicher Genehmigungen und weiterer üblicher Bedingungen. Marvells Mitteilung zur Vereinbarung
Was der angekündigte Aktientausch bedeutet
Die Vereinbarung sieht eine feste Zahl von Aktien vor, keinen festen Geldbetrag. Marvell nannte einen impliziten Enterprise Value von 115 Milliarden US-Dollar sowie einen Referenzwert von rund 1.132 US-Dollar je Lumentum-Aktie. Beide Werte und die angegebene Prämie von rund 23,9 Prozent beruhen auf den unbeeinflussten Schlusskursen vom 28. Oktober 2026.
Der Enterprise Value ist eine Kennzahl für den Gesamtwert eines Unternehmens unter Einbezug seiner Finanzierungsstruktur. Die genannten Dollarbeträge sind Referenzwerte auf Basis der damaligen Kurse. Da je Lumentum-Aktie eine feste Zahl von Marvell-Aktien vorgesehen ist, verändert sich ihr Geldwert mit dem Kurs der Marvell-Aktie.
| Vertragsbedingung | Angekündigter Wert | Bezugsgröße oder Voraussetzung |
| Umtauschverhältnis | 4,5 Marvell-Aktien je Lumentum-Aktie | Reiner Aktientausch mit fester Aktienzahl |
| Impliziter Enterprise Value | 115 Milliarden US-Dollar | Auf Basis der unbeeinflussten Schlusskurse vom 28. Oktober 2026 |
| Referenzwert je Lumentum-Aktie | Rund 1.132 US-Dollar | Auf Basis der unbeeinflussten Schlusskurse vom 28. Oktober 2026 |
| Angegebene Prämie | Rund 23,9 Prozent | Berechnet anhand der unbeeinflussten Schlusskurse vom 28. Oktober 2026 |
| Erwarteter Abschluss | Erstes Halbjahr 2028 | Zustimmung der Aktionäre beider Unternehmen, behördliche Genehmigungen und weitere übliche Bedingungen |
| Geplante Beteiligung nach Abschluss | Rund 67 Prozent für bisherige Marvell-Aktionäre, rund 33 Prozent für Lumentum-Aktionäre | Auf vollständig verwässerter Basis |
Die Zahl der übertragenen Aktien ist fest; ihr Geldwert hängt weiterhin vom Kurs der Marvell-Aktie ab.
Warum beide Unternehmen optische Technik für KI-Rechenzentren bündeln
Marvell bringt nach eigener Darstellung elektrische und optische Verbindungstechnik, Netzwerkswitches, kundenspezifische Chips und Halbleitertechnologien ein. Lumentum steuert Hochleistungslaser, optische Transceiver, optisches Circuit-Switching und spezialisierte Fertigung von Verbindungshalbleitern bei.
Die Unternehmen begründeten die geplante Kombination mit dem steigenden Bandbreitenbedarf von KI-Infrastrukturen. Sie verwiesen außerdem darauf, dass Kupferverbindungen an physikalische Grenzen stoßen. Ihre strategische Idee: elektrische Verbindungstechnik und optische Komponenten in einem größeren Angebot zusammenzuführen.
Marvell und Lumentum bezifferten den gemeinsamen adressierbaren Markt auf geschätzte 550 Milliarden US-Dollar und stellten jährliche Kostensynergien von mehr als einer Milliarde US-Dollar in Aussicht. Marvell erwartete zudem, dass die Transaktion im ersten Jahr nach dem Abschluss den bereinigten Gewinn je Aktie steigern würde. Das waren Prognosen der Unternehmen, keine bereits erzielten Ergebnisse.
Das englischsprachige Interview bei Fox Business zeigt Marvell-Chef Matt Murphy und Lumentum-Chef Michael Hurlston im Gespräch über die angekündigte Kombination. Auch im CNBC-Interview diskutieren die beiden CEOs den Deal und die geplante Verbindung von Chip- und Optiktechnologien.
Welche Führungsstruktur Marvell angekündigt hat
Marvell teilte mit, dass Matt Murphy nach einem Abschluss Vorstandsvorsitzender und CEO bleiben solle. Drei Mitglieder des Lumentum-Verwaltungsrats, darunter CEO Michael Hurlston, sollten dann in Marvells siebenköpfigen Verwaltungsrat wechseln. Außerdem kündigte Marvell an, ein Form S-4 mit einer gemeinsamen Vollmachtserklärung und einem Wertpapierprospekt bei der US-Börsenaufsicht SEC einreichen zu wollen.