Meta nahm das Instagram-Konto der No Kings Coalition am 17. Oktober während einer landesweiten Aktion zur frühen Stimmabgabe zeitweise offline. Die Administratoren konnten laut Ars Technica vier Stunden lang nicht auf das Konto zugreifen. Am 3. November berichtete Ars Technica außerdem über No Kings’ Darstellung eines Treffens mit Meta am 30. Oktober: Das Unternehmen habe keine Änderungen an seinen Regeln gegen übermäßige Moderation geplant.

Öffentliche Sichtbarkeit und Administratorzugriff kehrten zu unterschiedlichen Zeiten zurück

No Kings zufolge wurde das Konto gegen 13.30 Uhr US-Ostküstenzeit deaktiviert. Ein Live-Update der Koalition nennt 15.03 Uhr als Zeitpunkt, ab dem das Profil wieder öffentlich sichtbar war; eine spätere Zusammenfassung auf derselben Seite nennt 15.30 Uhr. Den vollständigen Zugriff für Administratoren verortet No Kings bei 17.30 Uhr. Die Koalition veröffentlichte diese Zeitangaben auf ihrer Update-Seite zur Sperre.

Die Unterscheidung erklärt, warum das Profil wieder sichtbar sein konnte, während die Organisatoren noch nicht posten konnten. Ars Technica berichtete von einer vierstündigen Unterbrechung des Administratorzugriffs.

Meta führte die Sperre auf botähnliche Aktivität zurück

Ezra Levin schildert im englischsprachigen Interview mit MS NOW die Sperre des No-Kings-Kontos.

Meta-Sprecher Andy Stone erklärte laut Newsweek, abrupte, umfangreiche und aufeinanderfolgende Anfragen hätten die automatischen Schutzsysteme wie Bot-Verkehr wirken lassen. Diese hätten das Konto daraufhin fälschlich offline genommen; Stone entschuldigte sich für den Fehler. Ars Technica brachte die Aktivität mit einem Claude-gestützten Suchwerkzeug in Verbindung. No Kings sagte, die Koalition habe Claude genutzt, um Schlüsselwörter und Hashtags auf sozialen Plattformen zu verfolgen.

No-Kings-Mitgründer Ezra Levin schilderte die Folgen für die Wahlmobilisierung aus Sicht der Organisatoren und forderte in einem englischsprachigen Interview eine Untersuchung durch den Kongress.

CREW verlangte Unterlagen von vier Bundesbehörden

Am 19. Oktober kündigte die Organisation Citizens for Responsibility and Ethics in Washington (CREW) beschleunigte Anfragen nach Unterlagen beim Heimatschutzministerium, bei der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE, beim Justizministerium und beim FBI an. CREW suchte nach Unterlagen und Mitteilungen zu Meta und No Kings; die Organisation beschrieb damit ihren Schritt zur Aufklärung des Falls. CREW veröffentlichte die Ankündigung der Anfragen.

Ars Technica berichtete am 3. November, keine Hinweise darauf gefunden zu haben, dass die Trump-Regierung Meta um die Sperre gebeten oder Meta das Konto gezielt aus politischen Gründen deaktiviert habe. Eine Gruppe von 14 Generalstaatsanwälten der US-Bundesstaaten verlangte von Meta eine genauere Erklärung und Maßnahmen, damit legitime Wahlaktivitäten auf den Plattformen nicht gestört werden.

Newsweek berichtete außerdem, das Meta Oversight Board habe die Einschätzung geäußert, der Fehler hätte durch Metas Systeme zur Vermeidung solcher Fehlentscheidungen erkannt werden müssen.