Microsoft sagte am 28. Oktober 2026, die Kundennachfrage übersteige das verfügbare Angebot und einige für das erste Geschäftsquartal erwartete Lieferungen externer Kapazität hätten sich verzögert. Finanzchefin Amy Hood erklärte außerdem, bestimmte GPU-as-a-Service-Verträge mit Drittanbietern seien auf die zweite Hälfte des Geschäftsjahres verschoben worden. Im Transkript des Quartalsgesprächs meldete Microsoft zugleich ein Azure-Umsatzwachstum von 48 Prozent im Jahresvergleich.
48 Prozent sind das berichtete Quartalsergebnis; 49 bis 50 Prozent sind eine Prognose für das nächste Quartal.
Welche Kapazitätsmaßnahmen Microsoft meldete
Microsoft-Chef Satya Nadella sagte, das Unternehmen habe im Quartal 24 Rechenzentren auf fünf Kontinenten hinzugefügt. Für neue GB300-Systeme sei die Zeit bis zur Inbetriebnahme in Microsofts größten Regionen gegenüber dem Vorquartal um etwa 20 Prozent gesunken. Laut Nadella entfallen auf diese Regionen die meisten GPU-Einsätze des Unternehmens.
Nadella berichtete außerdem, der Durchsatz von Copilot-Arbeitslasten sei gegenüber dem Vorquartal um mehr als 50 Prozent gestiegen. Diese drei Kennzahlen beschreiben unterschiedliche Dinge: neue Rechenzentren, die Bereitstellung von GB300-Systemen und den Durchsatz von Copilot-Arbeitslasten.
Investitionsausgaben: Quartalsergebnis und Prognosen
Microsoft meldete für das erste Geschäftsquartal Investitionsausgaben von 45,2 Milliarden US-Dollar. Rund drei Viertel davon entfielen laut Unternehmen auf kurzlebige Anlagen, vor allem CPUs und GPUs. Die Ausgaben für Finanzierungsleasing betrugen 7,4 Milliarden US-Dollar; Microsoft rechnet den gesamten Kapitalwert eines solchen Leasingvertrags zum Beginn des Vertrags als Investition an.
Für das zweite Geschäftsquartal erwartete Hood Investitionsausgaben von mehr als 50 Milliarden US-Dollar. Für das Kalenderjahr stellte sie rund 170 Milliarden US-Dollar in Aussicht und brachte diese Prognose mit den zuvor genannten Verzögerungen bei Drittanbieter-Kapazität in Verbindung. Die beiden Beträge sind Prognosen, keine gemeldeten Ist-Ausgaben.