Microsoft kündigte Maia 300 am 12. Oktober 2026 als dritte Generation seiner Azure-Maia-Beschleuniger an. Produktionseinsätze plant das Unternehmen ab 2027; auch der Ausbau der Maia-Familie auf mehrere Gigawatt soll dann beginnen. Microsofts Ankündigung beschreibt also einen künftigen Einsatz, keinen bereits laufenden Rollout.
Maia 300 ist für KI-Inferenz ausgelegt
Microsoft richtet den Beschleuniger auf Inferenz aus – also darauf, bereits trainierte KI-Modelle auszuführen. Als Einsatzfelder nennt das Unternehmen lange Kontexte, speicherintensive Aufgaben, latenzempfindliche Gespräche und mehrstufige KI-Agenten. Das erklärt, warum Microsoft nicht nur den Chip, sondern das Zusammenspiel von Speicher, Rack und Netzwerk hervorhebt.
Jeder Beschleuniger soll acht HBM4-Speicherstapel mit insgesamt 288 GB Kapazität und einer Spitzenbandbreite von 18 TB/s erhalten. Ein Rack umfasst laut Microsoft 96 Beschleuniger in 24 Trays mit je vier Einheiten; sein Leistungsrahmen beträgt 167 kW. Das zweistufige Scale-up-Netzwerk ist für Superpods mit bis zu 128 Racks und 12.288 Beschleunigern ausgelegt. Microsofts Architekturüberblick beschreibt damit ein System, in dem Speicherbandbreite und die Verbindung vieler Beschleuniger für große Inferenzaufgaben zusammenspielen.
Was Microsofts Leistungsangaben aussagen
Microsoft zufolge liefert Maia 300 bis zu 40 Prozent mehr Tokens pro Megawatt als führende GPU-Systeme. Das Unternehmen nennt dafür keine konkreten GPU-Modelle; die Zahl ist daher kein direkter Vergleich mit NVIDIA GB300 oder Googles Ironwood. Für ein voll bestücktes Maia-300-Rack gibt Microsoft außerdem bis zu siebenmal so hohen Token-Durchsatz auf Rack-Ebene wie bei Maia 200 an. Beide Werte sind Unternehmensangaben. Microsoft erläutert die Architektur und die Vergleiche.
Reuters berichtete über folgende Rack-Konfigurationen und Leistungswerte:
| Rack-System | Bestückung | Leistungsaufnahme des Racks |
| Maia 300 | 96 Beschleuniger | rund 167 kW |
| NVIDIA GB300 | 72 GPUs | rund 142 kW |
Die Werte vergleichen Bestückung und Rack-Leistung, nicht die Rechenleistung unter gleichen Bedingungen. Reuters’ Bericht liefert damit keinen Leistungsrang zwischen den Systemen.
Maia ist als Infrastruktur für Microsofts Dienste vorgesehen
Für Azure-Kunden ist Maia zunächst als Teil von Microsofts eigener Infrastruktur beschrieben. In einer am 12. Oktober 2026 veröffentlichten Analyse schrieb Matt Kimball, Microsoft habe bis dahin keine Maia-Instanzen angekündigt, die Azure-Kunden mieten könnten. Microsoft stellte Maia als Infrastruktur für seine Produkte und Dienste vor.