Am 22. Oktober 2026 meldeten Moderna und Merck für die Phase-3-Studie INTerpath-001 eine relative Risikoreduktion von 42 Prozent für Rückfall oder Tod und von 38 Prozent für Fernmetastasen oder Tod. Verglichen wurde intismeran, eine individualisierte mRNA-Therapie, in Kombination mit Pembrolizumab mit Pembrolizumab plus Placebo. Die Ergebnisse betreffen bestimmte Messgrößen bei Menschen mit operiertem Hochrisiko-Melanom.

Was die beiden Studienarme unterscheidet

INTerpath-001 untersuchte 1.137 Menschen mit vollständig entferntem Hochrisiko-Hautmelanom der Stadien IIB, IIC, III oder IV. Die Teilnehmenden hatten zuvor keine systemische Therapie erhalten und wurden im Verhältnis 2:1 auf die Behandlungsgruppen verteilt. Die frühere NeoTeo-Berichterstattung zum Phase-3-Meilenstein ordnete die erste Studienmeldung ein; die jetzt berichteten Zahlen beziffern die Ergebnisse der Endpunkte.

Die Kombinationsgruppe erhielt intismeran in Dosen von 1 mg alle drei Wochen, höchstens neun Dosen, sowie Pembrolizumab mit 400 mg alle sechs Wochen, höchstens neun Zyklen. Die Kontrollgruppe erhielt Pembrolizumab plus Placebo. Pembrolizumab ist auch unter dem Markennamen Keytruda bekannt.

Intismeran, auch V940 oder mRNA-4157 genannt, wird auf Mutationen im jeweiligen Tumor zugeschnitten. Die mRNA codiert bis zu 34 sogenannte Neoantigene: Merkmale, die aus Tumormutationen hervorgehen und dem Immunsystem als Erkennungsziele dienen sollen. Für die Herstellung wird Tumorgewebe benötigt, das bei der Operation gewonnen wird.

Was die gemeldeten Zahlen aussagen

Die beiden Endpunkte messen unterschiedliche Ergebnisse. Das rezidivfreie Überleben (RFS) ist die Zeit bis zum Wiederauftreten der Erkrankung oder zum Tod. Das fernmetastasenfreie Überleben (DMFS) erfasst den Zeitraum bis zu Fernmetastasen oder zum Tod.

EndpunktIntismeran plus PembrolizumabPembrolizumab plus PlaceboGemeldete relative Risikoreduktion
RFS, nach rund zwei Jahren82 %70 %42 % für Rückfall oder Tod
DMFS88,5 %80 %38 % für Fernmetastasen oder Tod

Die 42 Prozent bezeichnen eine relative Reduktion des Risikos für Rückfall oder Tod. Bei den RFS-Raten lagen die beiden Gruppen 12 Prozentpunkte auseinander. Die DMFS-Raten unterschieden sich um 8,5 Prozentpunkte. Diese Raten und die relativen Risikoreduktionen sind verschiedene Angaben.

Die Gesamtüberlebenszeit (OS) wurde weiter untersucht. Die berichteten Ergebnisse betreffen RFS und DMFS; sie beantworten nicht, ob die Teilnehmenden insgesamt länger lebten.

Was zur Sicherheit und möglichen Eignung berichtet wurde

Das Memorial Sloan Kettering Cancer Center (MSK) berichtete unerwünschte Ereignisse bei fast 96 Prozent der Kombinationsgruppe und bei 90 Prozent der Kontrollgruppe. Als häufige mit dem Impfstoff verbundene Ereignisse nannte MSK Fieber, Schmerzen an der Einstichstelle und Müdigkeit. Nach Angaben des Zentrums erhöhte der Impfstoff die mit Pembrolizumab verbundenen Nebenwirkungen nicht.

MSK beschrieb als möglichen künftigen Einsatz neu diagnostizierte Patientinnen und Patienten mit Melanom ab Stadium 2B, deren Tumor vollständig operativ entfernt werden kann. Das ist eine Beschreibung der möglichen Eignung, keine Aussage über einen zugelassenen Einsatz. Die für die individuelle Herstellung benötigte Tumorprobe stammt aus der Operation.

Aus dem Ergebnis bei Melanom lässt sich keine Wirksamkeit bei anderen Krebsarten ableiten. Im August 2026 beschrieb Merck ein Entwicklungsprogramm mit neun Phase-2- und Phase-3-Studien zu verschiedenen Tumorarten und Krankheitsstadien.