NASA gab am 30. September 2026 bekannt, dass sie die vom Planetary Science Institute (PSI) geleitete GIMLI-Untersuchung über das Programm Payloads and Research Investigations on the Surface of the Moon (PRISM) ausgewählt hat. Das Projekt soll untersuchen, ob sich vom Marius Hills Pit aus ein unterirdischer Hohlraum oder Lavakanal erstreckt. Die geplanten Messungen sollen zugleich Aufschluss über die Entstehung der Öffnung und die vulkanische Geschichte der Region geben.
Was GIMLI am Marius Hills Pit untersuchen soll
GIMLI steht für Geophysical Instruments for Marius Lunar pit Investigation. Der Name beschreibt den Kern des Vorhabens: geophysikalische Untersuchungen an einer Mondöffnung in einer vulkanisch vielfältigen Region.
Ob sich von dort ein Hohlraum oder ein Lavakanal unter der Oberfläche fortsetzt, ist die zentrale Frage des Projekts. GIMLI soll sie vor Ort untersuchen. Die geologischen Messungen könnten auch dann Erkenntnisse über die Entstehung des Schachts und den Vulkanismus auf dem Mond liefern, wenn sie keinen unterirdischen Hohlraum nachweisen.
Radar, Seismik, Gravimeter und Kameras
Für die Untersuchung sind Bodenradar, seismische Sensoren, ein Gravimeter und Kameras vorgesehen. Gemeinsam sollen die Instrumente den Untergrund und die Umgebung des Schachts erfassen. Die Kameras sollen die Mondoberfläche und die freiliegenden Wände der Öffnung aufnehmen.
Das Bodenradar soll die Untersuchung unter der Oberfläche ergänzen; seismische Messungen und Gravimetrie liefern weitere geophysikalische Daten. Entscheidend ist dabei die Kombination der Verfahren: Sie soll ein genaueres Bild davon ermöglichen, wie der Untergrund aufgebaut ist und wie sich die vulkanische Landschaft entwickelt hat.
Projektteam und geplanter Transport zur Mondoberfläche
Das Planetary Science Institute leitet GIMLI. Nathaniel Putzig ist der wissenschaftliche Leiter des Projekts. PSI zufolge übernimmt Honeybee Robotics das Projektmanagement, baut bestimmte Instrumente, unterstützt die Integration der Ausrüstung mit Lander und Rover und soll gemeinsam mit PSI die Oberflächenarbeiten mitführen. Die Norwegian Space Agency soll das Bodenradar bereitstellen.
NASA sieht für den Transport der Nutzlast ihre Commercial Lunar Payload Services (CLPS) vor. Damit ist GIMLI Teil eines Programms, das wissenschaftliche Nutzlasten zur Mondoberfläche bringen soll.