NASA wählte PRIMA am 23. September 2026 für Phase B aus. In dieser Entwicklungsphase soll das Team den vorläufigen Entwurf des Ferninfrarot-Weltraumteleskops weiter ausarbeiten und Technologien entwickeln. Vor einer möglichen Umsetzung in Phase C ist eine Bestätigungsprüfung erforderlich.

NASA brachte PRIMA in Phase B

PRIMA steht für Probe far-Infrared Mission for Astrophysics. Mit der Auswahl für Phase B rückte das geplante Observatorium in die nächste Entwicklungsstufe vor. Eine Umsetzung in Phase C hängt davon ab, ob PRIMA die Bestätigungsprüfung besteht.

NASA plant für die Mission ein Ferninfrarot-Teleskop, das Beobachtungen über den von Infrarotobservatorien wie dem James Webb Space Telescope untersuchten Bereich hinaus erweitern soll. Zusammen mit Radioteleskopen soll PRIMA so einen weiteren Teil des elektromagnetischen Spektrums erschließen.

Der Ferninfrarotbereich, den PRIMA untersuchen soll

Ferninfrarotbeobachtungen sollen Einblicke in die Entstehung von Planeten und die Entwicklung von Galaxien und Schwarzen Löchern ermöglichen. Zu den von NASA genannten Forschungszielen gehören außerdem Wasser sowie die Geschichte kosmischen Staubs und schwerer Elemente.

Die Missionsseite beschreibt ein Teleskop mit 1,8 Metern Durchmesser, das vollständig aus Aluminium bestehen und bei 4,5 Kelvin betrieben werden soll. Vorgesehen sind Detektorfelder aus kinetischen Induktivitätsdetektoren, kurz KIDs, die bei 100 Millikelvin arbeiten sollen. Insgesamt nennt die Missionsplanung rund 12.000 Detektoren. Als Umlaufbahn ist der Sonne-Erde-L2-Punkt vorgesehen; das momentane Sichtfeld soll 26 Prozent des Himmels umfassen.

PRIMAger und FIRESS: geplante Beobachtungsmodi

Die beiden Instrumente decken unterschiedliche Aufgaben und Wellenlängenbereiche ab. PRIMAger soll Bilder aufnehmen und polarisiertes Licht messen; FIRESS ist für Spektroskopie vorgesehen, also für die Analyse des Lichts nach seinen Wellenlängen.

InstrumentModusWellenlängenbereichAuflösungsvermögen
PRIMAgerHyperspektrale Bildgebung25–80 μmR = 8
PRIMAgerBildgebung und Polarimetrie91–261 μmR = 4
FIRESSSpektroskopie24–235 μmR > 85

Für den hochauflösenden FIRESS-Modus nennt die Missionsseite zusätzlich ein Auflösungsvermögen von R = 4400 × (λ/112 μm). Die Missionsplanung sieht außerdem vor, 75 Prozent der Beobachtungszeit für Programme allgemeiner Gastforschender und 25 Prozent für Programme der hauptverantwortlichen Forschenden bereitzustellen.

Welche Fragen PRIMA beantworten soll

NASA nennt die Entstehung von Planeten und die Rolle von Wasser als zentrale Forschungsfelder. Hinzu kommen die Entwicklung von Galaxien und Schwarzen Löchern sowie die Entstehungsgeschichte kosmischen Staubs und schwerer Elemente. PRIMA soll damit Beobachtungen ergänzen, die andere Infrarot- und Radioteleskope in ihren jeweiligen Wellenlängenbereichen durchführen.

Das Jet Propulsion Laboratory der NASA soll die Mission leiten. Das Goddard Space Flight Center und das Marshall Space Flight Center sind als NASA-Partner beteiligt.

NASA peilt den Start für 2033 an

In ihrer Ankündigung vom 23. September 2026 setzte NASA 2033 als Startziel an und plante eine fünfjährige Mission. Beides sind Ziele der weiteren Missionsplanung. Die Kostenobergrenze für das Projekt liegt bei 1,2 Milliarden US-Dollar, falls PRIMA die Bestätigungsprüfung besteht; Startkosten und andere Kosten außerhalb des Projekts sind darin nicht enthalten.