Heutzutage kann jeder das GPS nutzen, und die Geschichte hinter dieser Technologie ist wirklich faszinierend. Doch wir haben uns schon mehrfach mit der Möglichkeit beschäftigt, nichtsatellitengestützte Navigationssysteme in unseren Autos einzusetzen. Einige Leser erinnern sich vielleicht an den Etak Navigator, der Mitte der 80er debütierte. Heute stoßen wir auf eine sehr alte Folge der BBC-Sendung Tomorrow’s World, die einen Prototyp eines Navigators vorstellte, der auf Audiokassetten mit vorab aufgezeichneten Anweisungen basierte.
Das Jahr war 1971. Wer mit dem Auto zu einer bestimmten Adresse musste und sich unterwegs verirrte, hatte damals in der Regel zwei Möglichkeiten: eine herkömmliche Karte zu benutzen oder einen Anwohner zu fragen. Das klingt nach Urgeschichte … aber so funktionierte es damals.
Die Idee eines persönlichen, ins Fahrzeug integrierten Navigators war sehr attraktiv, und einige kluge Köpfe jener Zeit versuchten, die bestehenden technischen Einschränkungen zu umgehen. Einer der ersten Prototypen wurde in einer Folge von Tomorrow’s World (das bereits in sein sechstes Jahr ging, mit Michael Rodd als Moderator) vorgestellt, und sein Auftritt in dieser Serie umfasste eine Vorführung.
Vor dem GPS: Navigation per Kassette im Jahr 1971
Wie im Video zu sehen ist, waren die Navigationsanweisungen verbal, nicht visuell. Im Wesentlichen hing der gesamte Navigator von kompakten Kassetten und dem Radio-Kassettensystem im Fahrzeug ab.
Jede Anweisung war durch einen „Blip“ mit einem codierten Distanzwert getrennt. Dieser Wert wurde von der Steuereinheit erfasst, die unter dem Armaturenbrett installiert war und für die Steuerung des Wiedergabegeräts zuständig war. Gleichzeitig musste die Einheit mit dem Kilometerzähler des Autos verbunden werden, um die zurückgelegte Strecke zu bestimmen und die nächste Anweisung auszulösen.
Das bringt uns zu einem der gravierendsten Probleme des gesamten Systems. Abgesehen von dem Detail „eine Kassette pro Route“ hängt die Genauigkeit des Kilometerzählers von mehreren Faktoren ab, angefangen bei der Reifengröße (die mit einer speziellen Schaltung programmiert wird) bis hin zum Luftdruck.
Andererseits konnte eine einfache falsche Abbiegung den Rest der Anweisungen komplett ruinieren, ebenso wie eine gesperrte Straße (sei es durch einen Unfall oder Bauarbeiten) – und nicht zu vergessen, dass diese Abspielgeräte die unangenehme Angewohnheit hatten, Kassetten zu verschlucken.