OpenAI kündigte am 26. Oktober 2026 drei Resultate an und schrieb sie seinen internen Modellen zu: eines aus der harmonischen Analysis, eines aus der theoretischen Informatik und eines aus der mathematischen Physik. In seiner Ankündigung beschrieb das Unternehmen für jedes Gebiet einen eigenen Veröffentlichungs- und Prüfweg.
NeoTeo hatte zuvor über OpenAIs Plan berichtet, Hunderte mathematische Ergebnisse auf GitHub zu veröffentlichen. Die frühere Berichterstattung befasste sich mit diesem größeren Vorhaben; die Ankündigung vom 26. Oktober benannte drei konkrete Arbeiten.
Drei Forschungsfelder, drei Veröffentlichungswege
OpenAI zufolge reichen die Arbeiten von einer Vermutung über Wellenausbreitung bis zu Fragen der Komplexitätstheorie und der Quantenfeldtheorie. Die Wege, auf denen Fachleute sie prüfen können, unterscheiden sich deutlich.
| Forschungsgebiet | Von OpenAI beschriebenes Ergebnis | Veröffentlichungs- und Prüfweg |
| Harmonische Analysis | Die Modelle hätten Sogges lokale Glättungsvermutung für Wellen in jeder räumlichen Dimension ab zwei bewiesen. OpenAI nennt außerdem Folgerungen zur Kakeya-Vermutung. | OpenAI veröffentlichte die natürlichsprachliche Ausarbeitung und den Lean-Beweis zur Prüfung durch Forschende. |
| Theoretische Informatik | Ein deterministischer Algorithmus mit subexponentieller Laufzeit zum Zählen erfüllender Belegungen bestimmter CNF-Formeln widerlege die Exponential Time Hypothesis (ETH) im Fall von 3-SAT. | Die natürlichsprachliche Arbeit und die Lean-Formalisierung wurden öffentlich gemacht. Russell Impagliazzo, Ramamohan Paturi und Ryan Williams leiten eine externe Untersuchung. |
| Mathematische Physik | OpenAI beansprucht Existenzbeweise für bestimmte wechselwirkende vierdimensionale Quantenfeldtheorien, darunter QCD und eine vereinheitlichte Vervollständigung des Standardmodells, sowie für reine Yang–Mills-Theorie. | Die von David Gross geleitete Physikgruppe hielt die KI-Artefakte laut OpenAI zurück, um eine eigene Ausarbeitung vorzubereiten. |
Was die Prüfung in Lean aussagt
OpenAI zufolge wurde das ETH-Ergebnis in Lean formal geprüft. Lean ist ein Beweisassistent, der formal formulierte Beweise überprüft. Diese Prüfung ist von der externen Untersuchung getrennt: Russell Impagliazzo, Ramamohan Paturi und Ryan Williams erklärten, ihre Beteiligung sei nicht als Zertifizierung des Anspruchs zu verstehen.
Damit sind zwei unterschiedliche Arbeitsschritte gemeint. Die Lean-Prüfung betrifft den formalisierten Beweis; die externe Gruppe untersucht und erläutert das Ergebnis. OpenAIs Formulierung zur Lean-Prüfung ist daher keine Bestätigung durch das Expertenteam.
Was eine Widerlegung der ETH bedeuten würde
Der von OpenAI beschriebene Algorithmus betrifft das Zählen erfüllender Belegungen und soll die ETH im 3-SAT-Fall widerlegen. Eine subexponentielle Laufzeit ist nicht automatisch polynomial. Aus der ETH-Behauptung folgt deshalb kein Beweis für P = NP.
Auch ein theoretisches Resultat würde nicht unmittelbar schnellere Programme für den Alltag liefern. OpenAI zufolge wäre weitere Forschung nötig, um daraus praktische algorithmische Verbesserungen zu entwickeln.
Welche Yang–Mills-Aussage OpenAI erhebt
OpenAI beschreibt Existenzresultate für bestimmte wechselwirkende Quantenfeldtheorien in vier Dimensionen, darunter QCD und eine vereinheitlichte Vervollständigung des Standardmodells. Für reine Yang–Mills-Theorie beansprucht das Unternehmen ebenfalls einen Existenzbeweis. Das Clay-Millennium-Problem umfasst daneben den separaten Nachweis einer Masselücke.
In seiner Ankündigung vom 26. Oktober erklärte OpenAI, die Physikgruppe habe die KI-Artefakte zurückgehalten und wolle eine eigene Ausarbeitung erstellen. Die Gruppe soll damit ihre Darstellung der beanspruchten Resultate selbst erarbeiten.