Oracle wies zum 31. August 2026 insgesamt 125,337 Milliarden US-Dollar an kurz- und langfristigen Kreditaufnahmen aus. NPR berichtete am 22. Oktober eine von Matt Sheridan genannte Schätzung von 169 Milliarden US-Dollar Gesamtschulden. Die Angaben bezeichnen unterschiedliche Größen: Oracle nennt eine konkrete Bilanzposition, Sheridan laut NPR eine Gesamtschuldenschätzung.
Was Oracle zum 31. August 2026 auswies
Oracle führt kurzfristige und langfristige Kreditaufnahmen in seinem Form 10-Q unter „Notes payable and other borrowings“. Zusammen ergeben die beiden Posten 125,337 Milliarden US-Dollar. Verbindlichkeiten aus Operating-Leasingverhältnissen und Zahlungsmittel stehen als eigene Bilanzposten daneben. Die Zahlen finden sich im Form 10-Q von Oracle.
| Bilanzposten | Betrag in Milliarden US-Dollar | Stichtag |
| Kurzfristige Kreditaufnahmen | 7,625 | 31. August 2026 |
| Langfristige Kreditaufnahmen | 117,712 | 31. August 2026 |
| Kurz- und langfristige Kreditaufnahmen zusammen | 125,337 | 31. August 2026 |
| Verbindlichkeiten aus Operating-Leasingverhältnissen | 30,594 | 31. August 2026 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 36,369 | 31. August 2026 |
Die Leasingverbindlichkeiten sind separat von den Kreditaufnahmen aufgeführt. Auch der Kassenbestand steht als eigener Posten in der Bilanz. Die Schätzung von 169 Milliarden US-Dollar lässt sich deshalb nicht als zweite Angabe derselben Bilanzposition lesen.
Was hinter der Schätzung von 169 Milliarden US-Dollar steht
NPR schrieb die Schätzung Matt Sheridan zu, einem Finanzdozenten an der US-Universität The Ohio State University. Sheridan sagte dem Bericht zufolge auch, Oracles Schuldenlast habe sich binnen zwei Jahren nahezu verdoppelt. Die Zahl von 169 Milliarden US-Dollar ist damit eine ihm zugeschriebene Schätzung der Gesamtschulden, nicht der Betrag, den Oracle in der genannten Bilanzposition ausweist.
NPR beschrieb außerdem die finanziellen Verbindungen rund um den Ausbau der KI-Infrastruktur: Oracle kaufe Nvidia-Chips für seine Cloud-Kapazität, Nvidia investiere in OpenAI und OpenAI beziehe Cloud-Kapazität von Oracle. NPR berichtete zudem, OpenAI habe Oracle rund 300 Milliarden US-Dollar über etwa fünf Jahre zugesagt.
Cloud-Umsatz und Zinsaufwand im Quartalsvergleich
Im Quartal bis zum 31. August 2026 meldete Oracle 11,607 Milliarden US-Dollar Cloud-Umsatz und 1,428 Milliarden US-Dollar Zinsaufwand. Im entsprechenden Vorjahresquartal waren es 7,186 Milliarden US-Dollar Cloud-Umsatz und 923 Millionen US-Dollar Zinsaufwand.
| Kennzahl | Drei Monate bis 31. August 2025 | Drei Monate bis 31. August 2026 |
| Cloud-Umsatz, Milliarden US-Dollar | 7,186 | 11,607 |
| Zinsaufwand, Milliarden US-Dollar | 0,923 | 1,428 |
Cloud-Umsatz und Zinsaufwand sind Werte für jeweils drei Monate. Sie stehen neben den Bilanzposten, die Oracle zum Stichtag ausweist, und bezeichnen andere Größen.
Welche Kreditrisiken NPR meldete
NPR berichtete, S&P habe Oracles Kreditwürdigkeit im Juli 2026 herabgestuft. Der Bericht nannte außerdem Oracles möglichen Schwierigkeiten, Kredite pünktlich zu bedienen. Eine Mitteilung könne laut NPR Zahlungsverzögerungen ermöglichen, während die volle Summe weiterhin fällig bleibe.
Eine frühere NeoTeo-Einordnung zu Oracles CDS-Spread und Rating beleuchtet die Bewertung des Kreditrisikos am Markt.