Viele Unternehmen müssen Daten über sehr lange Zeiträume speichern, und eine der wichtigsten Optionen ist das Backup auf Magnetbändern. Doch die Informationsmenge wächst weiter, und zwar so schnell, dass der Markt inzwischen schnellere und gleichzeitig robustere Lösungen benötigt. Die Leute von Microsoft Research haben sich mit der Warner Bros. zusammengetan, um Project Silica voranzutreiben – eine Machbarkeitsstudie, die die Speicherung von Daten in Quarzkristallen untersucht. Was haben sie für dieses Experiment ausgewählt? Etwas sehr Passendes: „Superman“.

Project Silica: Datenspeicherung in Kristallen – das Neueste von Microsoft
Project Silica

Was ist Project Silica?

Wir haben es in Filmen und Serien bis zum Überdruss gesehen: Kristalle als Datenträger. Egal welche Farbe, Größe oder Form – die einzigen drei relevanten Details sind Dichte, Widerstandsfähigkeit und die beeindruckende Zugriffsgeschwindigkeit. Verglichen mit den aktuellen Speicheroptionen wären Kristalle fast die perfekte Lösung … aber man muss sie irgendwie erreichen. Die Leute von Microsoft Research, in Zusammenarbeit mit der Warner Bros., haben gerade einen großen ersten Schritt gemacht: Project Silica.

So funktioniert die Speicherung

Im Gegensatz zu dem, was bei einer optischen Platte passiert, umfasst der Schreibprozess bei Project Silica eine Reihe von Voxeln, die in einem Quarzstück von 75 x 75 x 2 Millimetern erzeugt werden. Diese 2 Millimeter Dicke reichen aus, um über hundert Voxel-Ebenen mit Laserpulsen im Abstand von 100 Femtosekunden zu „verbrennen“. Jeder Voxel hat eine spezifische Ausrichtung, die durch die Polarisation des Lasers bestimmt und kontrolliert wird. Auch die „Stärke“ des Voxels kann durch Änderung der Laserleistung verändert werden. Durch eine Kombination aus Position, Ausrichtung und Stärke entsteht letztlich eine Art dreidimensionale Voxel-Karte.

Project Silica: Datenspeicherung in Kristallen – das Neueste von Microsoft
Brad Collar und Vicky Colf von Warner Bros., beide halten „Superman“ von 1978 – das Originalnegativ und die kristalline Version.

Das Auslesen erfolgt mit einem computergesteuerten Mikroskop und verschiedenen Algorithmen, die den Inhalt dekodieren, während polarisiertes Licht durch den Kristall scheint. Seine Widerstandsfähigkeit ist bemerkenswert: Der Kristall kann gekocht, gebacken (ob konventionell oder in der Mikrowelle), untergetaucht, geschrubbt und/oder entmagnetisiert werden, ohne negative Folgen für die darin enthaltenen Informationen. Darüber hinaus benötigen Quarzkristalle keinen kontrollierten Temperatur- und Feuchtraum für die Langzeitlagerung.

Project Silica: Datenspeicherung in Kristallen – das Neueste von Microsoft
Der Microsoft-Research-Forscher Youssef Assaf legt einen der Kristalle in kochendes Wasser.

Das ist für Unternehmen wie Warner Bros. mit fast hundert Jahren Fernseh- und Filmgeschichte sehr verlockend. Altes Material zu schützen und die Kosten einer Migration auf neue Formate zu senken, sind zwei große Ziele, aber die Vertreter von Warner sprechen auch von „kultureller Verantwortung“. Ein Originalnegativ, unter den richtigen Bedingungen aufbewahrt, kann Hunderte von Jahren halten, aber die Zeit hat bereits zu viele Filme mitgenommen, und die Idee ist, das in Zukunft zu verhindern.

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Was bedeutet das genau? Dass Project Silica nicht für den Endbenutzer gedacht ist. Es ist für die Cloud und andere WORM-Umgebungen (Write-Once-Read-Many) gedacht, die auf unveränderte Kopien zugreifen müssen, ohne spätere Änderungen. Die Machbarkeitsstudie war erfolgreich, und die Tatsache, dass man „Superman“ (75,6 Gigabyte!) für diesen Test ausgewählt hat, bestätigt die kryptonische Technologie als Inspirationsquelle.

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