Die Geschichte der Computer und Videospiele ist voller ungewöhnlicher Vereinbarungen. Unsere Leser erinnern sich sicher an die berühmte Nintendo PlayStation und wir haben auch über den Sharp Nintendo Television gesprochen. Heute entdecken wir eine merkwürdige „Brücke“, die Sega Ende der 1980er Jahre zu Samsung baute. Das erste Ergebnis dieser Verbindung war der Samsung Gam*Boy, ein Klon der klassischen Sega Master System, gedacht für den südkoreanischen Markt.
Die Legende besagt…
Man sagt, dass japanische Unternehmen große Schwierigkeiten hatten, in den südkoreanischen Markt einzutreten, aufgrund einer Reihe von Handelsbeschränkungen, die auf das sogenannte „Gesetz zur Bestrafung antinationaler Handlungen“ zurückgehen. Dieses Gesetz wurde unmittelbar nach der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg erlassen und zensierte und verbot „Kulturgüter und -artikel“, die aus Japan importiert wurden.
Diese Handelsbeschränkungen waren real und wurden erst 1998 unter der Regierung von Kim Dae-jung überarbeitet. Das hinderte jedoch nicht die Gründung von Tochtergesellschaften oder besonderen Vereinbarungen zwischen japanischen und südkoreanischen Unternehmen. Ein gutes Beispiel ist Fujitsu, das 1974 unter dem Namen „FACOM Korea“ in Südkorea eintrat, aber die heutige Geschichte führt uns zu dem merkwürdigen Bündnis, das Sega und Samsung eingingen. Die Master System war bereits seit ein paar Jahren auf dem Markt (zuerst als Exportmodell der Sega Mark III, dann als Endprodukt) und lag eine Zeit lang in der Verantwortung der Firma OACS (die im Wesentlichen die Mark III in Südkorea verkaufte), ging dann aber an Samsung über, und das Ergebnis war der Samsung Gam*Boy. Nein, das ist kein Scherz.
Samsung Gam*Boy: Der offizielle Klon der Sega Master System in Südkorea
Auf den ersten Blick ist die Konsole nur eine „lokalisierte“ Ausgabe der Master System Model 1, mit einem sehr wichtigen Unterschied: Sie verwendet japanische Cartridges (die internationale Cartridge ist größer), daher erstreckt sich ihre Kompatibilität auf alle japanischen Master-System-, Sega-Mark-III- und Sega-SG-1000-Spiele. Sie enthält auch einen Steckplatz für „Sega Cards“, die mit einfachen und günstigen Spielen bestückt waren. Als die Titel größer und komplexer wurden, geriet die Idee der Sega Cards in die Obsoleszenz, und Sega entfernte den Leser mit der Master System II. Dazu kommt noch ein Anschluss für „3D-Brillen“, aber James vom Kanal James Channel erklärt uns, dass für diese Schnittstelle nur vier Spiele entwickelt wurden.
Ein weiterer bemerkenswerter Unterschied im Design des Samsung Gam*Boy liegt in den Gamepads. Der klassische rechteckige Stil des Gamepads der Master System ist schwer zu vergessen, aber Samsung setzte auf ein früheres Design, das in seinem Computer SPC-1000 von 1983 verwendet wurde. James war gezwungen, eines dieser Gamepads zu reparieren, und dabei entdeckte er, dass die Platine die Aufschrift „Sam Sung Korea“ trägt.
Allerdings endet die Geschichte hier nicht. Zunächst ist die Stromversorgung anders, da sie einen internen Transformator mit Spannungswähler verwendet. Außerdem zeichnete sich die japanische Master System durch die Integration eines FM-Audio-Chips aus, aber diese Hardware ist nicht vorhanden im Samsung Gam*Boy. Schließlich erwartete James, eine japanische Platine in der Konsole zu finden, aber er entdeckte ein exklusives Design für den südkoreanischen Markt, mit der Aufschrift „Made in Japan“. Die wahrscheinlichste Erklärung ist, dass die Platine in Südkorea „fertiggestellt“ wurde, mit einigen vorinstallierten Komponenten.