TaihuLight: Der schnellste Supercomputer hat 10 Millionen Kerne
TaihuLight

Was haben wir gestern geteilt? Ein Chip mit tausend unabhängigen Prozessoren? Nun, wenn man im Hintergrund ein Lachen hört, kann ich zwei Dinge sagen: Es kommt aus China und sein Verantwortlicher ist ein neuer Supercomputer namens TaihuLight. Laut der kürzlich aktualisierten Liste Top500 ist der TaihuLight mit seinen zehn Millionen Kernen bei weitem der schnellste der Welt und übertrifft die Leistung des beeindruckenden Tianhe-2 fast um das Dreifache. Das Überraschendste? Er nutzt reine chinesische Technologie, ohne ausländische Chips.

Seit einiger Zeit schien das Rennen der Supercomputer ins Stocken geraten zu sein, mit einer fast vollständigen Dominanz des Tianhe-2, der auf Intel-Hardware basiert. Der Tianhe-2 wurde im Juni 2013 auf den ersten Platz der Top500-Liste gesetzt, und die vorherige Aktualisierung (November 2015) hielt ihn noch dort. Jetzt haben wir jedoch die neue Liste für Juni 2016 in den Händen, und es gibt große Neuigkeiten. Einige unserer Leser erinnern sich vielleicht an die Blockade, die Intel erlitt beim Verkauf von Prozessoren an die chinesische Regierung, die den Tianhe-2 aufrüsten wollte. Als Reaktion auf diese Blockade zog China die Konsequenz und beschleunigte die Entwicklung von Technologie „einheimischer“ Natur, angeführt von SW26010, einem 64-Bit-RISC-Prozessor mit 260 Kernen (256 plus vier weitere mit Hilfsfunktionen), der auf der ShenWei-Serie basiert und eine Taktfrequenz von 1,45 GHz hat. Insgesamt 40.960 dieser Prozessoren bilden das System TaihuLight und übertreffen nicht nur bequem die Marke von zehn Millionen Kernen, sondern machen es auch zum schnellsten der Welt.

TaihuLight: Der schnellste Supercomputer hat 10 Millionen Kerne
Mehr als zehn Millionen Kerne und lokale Fertigung (CCTV News)

Obwohl alle Details auf der offiziellen Top500-Seite veröffentlicht sind, dürfen wir Folgendes nicht unerwähnt lassen: TaihuLight erreichte die Marke von 93 PetaFLOPS, fast das Dreifache der Leistung des Tianhe-2, und ist dreimal effizienter. Darüber hinaus erreicht der TaihuLight diese Geschwindigkeit mit einem maximalen Verbrauch von 15,37 Megawatt, was ihm auch einen guten Platz in der Green500-Liste verschafft, wenn man den Parameter „Leistung-pro-Watt“ betrachtet, mit 6 GigaFLOPS/W. Die genaue Kernzahl beträgt 10.649.600, denn wir dürfen die vier zusätzlichen Kerne in jedem Chip nicht vergessen. Der Arbeitsspeicher beläuft sich auf 1,3 Petabyte, etwa 32 GB pro Prozessor. In Anbetracht der Anzahl der Kerne könnte man sich eine größere Menge an RAM vorstellen, aber im Moment reicht das völlig aus, damit der Supercomputer den ersten Platz beanspruchen kann.

Sowohl die Prozessoren als auch die Verbindungssysteme wurden vollständig in China entwickelt, und obwohl es keine großen Details über die verwendete Architektur gibt (einige glauben, dass sie in Richtung DEC Alpha geht), verändert dies die Landkarte vollständig. China behält nicht nur den ersten Platz unter den schnellsten Supercomputern der Welt, sondern zeigt endlich die Stärke seiner lokalen Entwicklung. Aufgrund dieser Änderung fällt der amerikanische Titan auf den dritten Platz der Liste, und der erste europäische Supercomputer, der aufscheint, befindet sich auf dem achten Platz, der Schweizer Piz Daint. Alles deutet darauf hin, dass Aurora erst 2019 bereit sein wird. Begrüßen wir also den neuen roten König, TaihuLight.

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