Eine am 16. Oktober 2026 veröffentlichte Recherche von The Guardian verfolgt Nickelerz aus den Sulawesi-Minen Cahaya und Hengjaya über eine Verarbeitungsanlage in Morowali bis zu Lieferwegen für Batteriematerialien. Für einzelne Autobatterien ordnet die Recherche Nickel aus keiner der beiden Minen zu: Die angeführten öffentlichen Angaben nennen nicht die Mengen und Zeitpunkte, die nötig wären, um bestimmte Erzlieferungen einer konkreten Batterie zuzuweisen.
Vom Erz zu Batteriematerialien
In Morowali verarbeitet eine von Zhejiang Huayou Cobalt betriebene Tochtergesellschaft Limonit zu Mixed Hydroxide Precipitate (MHP), einem Zwischenprodukt für Batteriekathoden. Sulawesi Cahaya Mineral (SCM), Betreiberin der Cahaya-Mine, lieferte laut der Recherche 2024 elf Millionen Tonnen Limonit an die Huayou-Anlage und 2025 fast 12,5 Millionen Tonnen.
Huayou bestätigte 2024 Lieferungen an CATL auf Gruppenebene, nachdem die Shanghai Stock Exchange dazu eine Anfrage gestellt hatte. The Guardian beschreibt außerdem einen separaten Lieferweg von Huayou zu LG über Polen. Die genannten Verbindungen betreffen unterschiedliche Stufen der Lieferkette: Als Abnehmer von Huayou-Kathoden oder Empfänger von CATL-Lieferungen nennt der Bericht Volkswagen, Volvo Cars, Ford, General Motors, Tesla, BMW, Stellantis und Hyundai; Mercedes-Benz wird separat mit Huayou verbunden.
Waldverluste in den Konzessionsgebieten
Eine räumliche Analyse von The TreeMap kam laut The Guardian zu dem Ergebnis, dass der Nickelabbau seit 2001 rund zwei Drittel der Waldverluste innerhalb der Cahaya-Konzession verursacht haben könnte. Für Hengjaya schätzte die Analyse den Anteil auf mehr als die Hälfte der Waldverluste in der Konzession. Die Minen liegen in Waldgebieten, die von Tolaki bewohnt werden.
Auriga schrieb SCM für 2024 weitere 330 Hektar Waldrodung zu. Außerdem berichtete The Guardian von zwei Verwaltungssanktionen im Zusammenhang mit mehr als 450 Hektar, die außerhalb der genehmigten Fläche gerodet worden seien.
Was Europas Modellrechnungen vergleichen
Nickel wird in vielen, aber nicht allen Batteriekathoden verwendet. Eine am 7. Mai 2025 veröffentlichte Auswertung von El País berichtete über modellierte Waldverluste bis 2050 durch die europäische Nachfrage nach Elektroautos. Die Szenarien umfassen acht Metalle und unterscheiden sich nach Batteriechemie und Fahrzeugnutzung; die folgenden Werte beziehen sich auf diese Modellrechnung, nicht auf die Minen in Sulawesi.
| Szenario | Annahmen zu Batterie und Nutzung | Modellierter Waldverlust bis 2050 |
| Hohe Waldverlust-Variante | Anhaltende Verkaufstrends und weit verbreitete NMC-811-Batterien | 118.000 Hektar |
| LFP-dominiertes Szenario | LFP-Batterien dominieren | 37.300 Hektar |
| LFP, geteilte Autos und Mikroautos | LFP-Batterien dominieren; zusätzlich mehr geteilte Autos und Mikroautos | Etwas mehr als 21.300 Hektar |
El País ordnet NMC 811 als nickelhaltige Chemie ein. Die Unterschiede zwischen den Szenarien zeigen, wie stark die modellierte Waldfläche von den Annahmen zu Batterien und Fahrzeugnutzung abhängt. Die Werte beschreiben europäische Nachfrage-Szenarien – keine Messung der Waldverluste bei Cahaya oder Hengjaya.