Am 27. Oktober berichtete Euronews, die ukrainische nationale Abfangquote gegen russische düsengetriebene Shahed-Drohnen sei dem Institute for the Study of War (ISW) zufolge während der Starshield-Einschränkungen vom 14. bis 24. Oktober 2026 von 77 auf rund 74 Prozent gesunken.

Die gemeldeten Quoten betreffen unterschiedliche Gruppen

Ukrainische Offizielle hatten Anfang September eine Abfangquote von rund 60 Prozent gegen russische düsengetriebene Drohnen angegeben. Für einzelne ukrainische Luftverteidigungseinheiten nannte Euronews Werte von mehr als 80 Prozent. Diese Zahlen beschreiben Einheiten vor Ort, nicht die landesweite Quote.

Euronews berichtete, dass die Starshield-Einschränkungen Einsätze gegen schnelle Drohnen beeinträchtigten. Ukrainische Offizielle hätten mitgeteilt, die Einschränkungen seien am 24. Oktober aufgehoben worden. NeoTeo berichtete zuvor über Fedorows Angaben zur teilweisen Wiederherstellung von Starlink in der Ukraine. Dabei ging es um Starlink; der hier beschriebene Einfluss auf Drohneneinsätze betrifft Starshield.

Abfangdrohnen, F-16 und Geschütztürme

Euronews beschrieb die ukrainische Abwehr als Zusammenspiel von Abfangdrohnen, F-16 und bodengestützten Systemen. Viele Abfangdrohnen seien auf eine Starshield-Verbindung angewiesen, um mit der Geschwindigkeit zu operieren, die für schnelle Ziele nötig ist.

F-16 können Drohnen laut Euronews mit Luft-Luft-Raketen oder Bordkanonen bekämpfen. Raketen seien teuer und knapp. Einsätze mit Bordkanonen verlangten den Piloten viel Können ab und brächten zusätzliche Risiken für Besatzung und Flugzeug mit sich. Drohneneinsätze erhöhten außerdem den Wartungsaufwand und hielten die F-16 von anderen Aufgaben ab.

In Kiew und der umliegenden Region wurden laut Euronews bodengestützte Geschütztürme installiert. Eine Ausweitung auf das ganze Land würde erhebliche Zeit und Ressourcen erfordern.

Ein separates Konzept mit luftgestützten Abfangdrohnen

RFU News beschrieb am 16. Oktober ein Konzept, bei dem ein FP-1- oder FP-2-Flugzeug acht SPYS-Abfangdrohnen tragen soll. Der Luftstart soll die Drohnen näher an mögliche Flugrouten heranbringen und ihren Steig- und Anflugweg verkürzen. Dafür müsste der Träger bei einem Angriff passend positioniert sein; außerdem wären eine rechtzeitige Warnung und die Erfassung des Ziels entscheidend.

RFU News bezifferte die Reisegeschwindigkeit der SPYS auf 200 km/h und ihre Endbeschleunigung auf bis zu 600 km/h. Für die russische Geran-5 nannte der Bericht 450 km/h Reisegeschwindigkeit und bis zu 600 km/h im Sturzflug. Die Zahlen betreffen unterschiedliche Flugphasen und Modelle.

F-Jet 80: ein anderes Entwicklungsprojekt

F-Drones entwickelt den düsengetriebenen Abfangjäger F-Jet 80. Euronews zufolge plant das Unternehmen, künstliche Intelligenz in das Leitsystem zu integrieren. F-Drones gibt dem Bericht nach an, der Prototyp habe bereits mehrere russische Drohnen abgefangen.