US-Bundesrichter Jeffrey S. White zertifizierte am 23. September 2026 laut Berichten eine Klägerklasse im US-Rechtsstreit um Gebühren für Apple Pay. Der Schritt ermöglicht es qualifizierenden Kartenausgebern, ihre Ansprüche gemeinsam zu verfolgen; ob Apple gegen das Kartellrecht verstieß oder Schadensersatz schuldet, wurde damit nicht entschieden.
Ein Verfahrensschritt, kein Urteil über die Vorwürfe
Das Verfahren Affinity Credit Union et al. v. Apple Inc. läuft vor dem US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk von Kalifornien. Die ursprüngliche Klage wurde 2022 eingereicht. Am 23. September 2026 zertifizierte Jeffrey S. White die Klägerklasse und lehnte zugleich Apples Antrag ab, die Aussage des Sachverständigen für Schadensberechnungen, Christopher Vellturo, auszuschließen. Apple kann dessen Annahmen und Schlussfolgerungen im weiteren Verfahren weiterhin angreifen.
Eine Klassenzertifizierung legt fest, dass die Ansprüche einer Gruppe gemeinsam verhandelt werden können. Sie entscheidet nicht darüber, ob Apples Vorgehen rechtswidrig war oder ob die Kläger Geld erhalten.
Wer zur zertifizierten Klasse gehört
Die Klasse umfasst US-amerikanische Kartenausgeber, die eine für Apple Pay aktivierte Zahlungskarte ausgegeben und Apple eine Gebühr für Apple-Pay-Zahlungen mit dieser Karte gezahlt haben. Die Klage wurde von Affinity Credit Union eingereicht; GreenState Credit Union und Consumers Co-op Credit Union kamen als Kläger hinzu.
Gegenstand sind nach Darstellung der Kläger Gebühren, die Apple von Kartenausgebern verlangt haben soll. Es geht nicht um eine Gebühr, die Apple-Pay-Nutzern beim Bezahlen berechnet wird.
Die behaupteten Gebühren
Die Kläger nennen zwei Gebührenmodelle für US-Transaktionen: einen prozentualen Satz für Kreditkarten und einen festen Betrag je Debitkartenzahlung.
| Kartentyp | Von den Klägern behauptete Gebühr | Berechnungsgrundlage |
| Kreditkarte | 0,15 % | Wert der Transaktion |
| Debitkarte | 0,005 US-Dollar | Je Transaktion |
Bei einem Kreditkartenumsatz von 1.000 US-Dollar entspräche der behauptete Satz 1,50 US-Dollar. Diese Gebührenforderungen sind Teil der Klage.
Was die Kläger verlangen
Die Kläger verlangen die Rückzahlung der Gebühren und eine gerichtliche Anordnung, die Apples beanstandetes Vorgehen ändern soll. Die Klassenzertifizierung und die Entscheidung zum Sachverständigen betreffen den Ablauf des Verfahrens; über diese Forderungen ist damit noch nicht entschieden.