Jedes Mal, wenn sein Besitzer mit ihm spricht oder er ein Geräusch hört, das nicht ganz vertraut ist, reagieren manche Hunde mit dem Neigen des Kopfes. Die Geste ist bezaubernd, und das Internet hat nicht gezögert, jede Sekunde zu verbreiten. Aber aus wissenschaftlicher Sicht: Warum tun sie das? Versuchen sie, besser zu hören? Geht es um das Sehen und nicht um das Hören? Es sind noch viele Studien nötig, aber Wissenschaftler und Tierärzte haben mehrere Hypothesen ...
Der Lärm eines Alarms, das Klingeln eines Telefons, etwas im Fernsehen, lachende oder weinende Kinder, der Besitzer, der ruft oder schimpft ... Hunde sind ein wahres Karneval von Ausdrücken und Gesten, aber wenn sie anfangen, den Kopf von einer Seite zur anderen zu neigen, übernehmen sie die Kontrolle über die Situation. Komm schon ... sie sind entzückend, besonders wenn sie lange Ohren haben. Lange Zeit haben wir uns gefragt, warum sie das tun. Leider gibt es keine soliden Forschungen dazu, und persönlich bezweifle ich, dass ein Wissenschaftler angesichts so viel Niedlichkeit seine Arbeit gut machen kann, aber ich denke, wir alle möchten die Antwort haben. Das Beste, was wir bisher gefunden haben, sind Hypothesen ...
Warum neigen Hunde den Kopf?
Die beliebteste Hypothese ist, dass der Hund versucht, sein Gehör und seine Sicht zu optimieren. Der Psychologe Stanley Cohen schlug 2013 vor, dass der Hund, wenn er den Kopf neigt, versucht, besser zu sehen. Der Mensch drückt Emotionen hauptsächlich mit der unteren Gesichtshälfte aus, und eine andere Studie aus dem Jahr 2015 legt nahe, dass Hunde diese Unterschiede in den Ausdrücken erkennen können, aber bestimmte Rassen finden ein Hindernis in ihrer Schnauze, wenn sie zu groß ist. Cohen führte eine Online-Studie mit fast 600 Hundebesitzern durch, teilte die Daten in zwei Gruppen (kleine Schnauzen und große Schnauzen) und entdeckte, dass 71 Prozent der Hunde mit großen Schnauzen häufig den Kopf neigen, gegenüber 52 Prozent der Hunde mit kleinen Schnauzen. Der Unterschied ist statistisch signifikant, aber nicht schlüssig.
Eine andere Psychologin, Alexandra Horowitz, glaubt, dass die Priorität des Hundes beim Neigen des Kopfes darin besteht, besser zu hören, da die freie Bewegung die Ohrmuschel anpasst. Schließlich glaubt ein Trainer namens Steven Lindsay, dass die Bewegung mit einem Teil des caninen Gehirns (Nucleus ambiguus) zusammenhängt, der gleichzeitig Gehör und Körpersprache beeinflusst. Mit anderen Worten: Wenn der Hund versucht, etwas Fremdes und Anderes zu hören, kann er nicht anders, als es auch mit dem Körper auszudrücken. Alle diese Standpunkte sind interessant, aber eines ist sicher: Wir lieben es, wenn sie das tun.