CoreWeave und Oracle stehen bei der Finanzierung ihrer KI-Infrastruktur vor unterschiedlichen Herausforderungen: CoreWeave meldete für das am 30. Juni 2026 beendete Quartal 640 Millionen US-Dollar Nettozinsaufwand und einen operativen Verlust. Oracle wies für das am 31. August beendete Quartal einen negativen freien Cashflow von 5,396 Milliarden US-Dollar aus, weil die Investitionen den operativen Mittelzufluss überstiegen. CoreWeave und Oracle veröffentlichten die Zahlen für unterschiedliche Berichtszeiträume.

UnternehmenBerichtszeitraumUmsatzBetriebsergebnis nach GAAP
CoreWeaveQuartal bis 30. Juni 20262,575 Mrd. US-DollarVerlust von 49 Mio. US-Dollar
OracleQ1 des Geschäftsjahres 2027, Quartal bis 31. August 202619,345 Mrd. US-DollarGewinn von 6,728 Mrd. US-Dollar

CoreWeave: Finanzschulden und Leasingverbindlichkeiten

CoreWeave verbuchte im Juni-Quartal 640 Millionen US-Dollar Nettozinsaufwand, gegenüber 267 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Der Umsatz lag bei 2,575 Milliarden US-Dollar; der operative Verlust betrug 49 Millionen US-Dollar, der Nettoverlust 626 Millionen US-Dollar. Diese Quartalsergebnisse zeigen, wie stark die Zinslast in diesem Berichtszeitraum ins Gewicht fiel.

Zum 30. Juni 2026 belief sich CoreWeaves Finanzverschuldung auf 35,068 Milliarden US-Dollar. Hinzu kamen 16,540 Milliarden US-Dollar an Verbindlichkeiten aus operativen und Finanzierungsleasingverträgen. Zusammengenommen ergeben die beiden getrennten Bilanzposten 51,608 Milliarden US-Dollar. Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten lag bei 5,524 Milliarden US-Dollar.

Der Umsatzauftragsbestand lag zum selben Stichtag bei rund 104 Milliarden US-Dollar. CoreWeave schloss darin mehr als 25 Milliarden US-Dollar an Netto-Neukundenverpflichtungen aus, die zu Beginn des dritten Quartals hinzukamen. Das Unternehmen knüpft den Auftragsbestand an Bedingungen zur Lieferung und Verfügbarkeit seiner Dienste. Er bezeichnet deshalb nicht bereits eingegangene Zahlungsmittel.

Oracle: Investitionen über dem operativen Cashflow

Oracle erwirtschaftete im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen operativen Cashflow von 23,103 Milliarden US-Dollar und gab 28,499 Milliarden US-Dollar für Investitionen aus. Daraus ergab sich ein von Oracle ausgewiesener negativer freier Cashflow von 5,396 Milliarden US-Dollar. Der freie Cashflow ist der operative Mittelzufluss abzüglich der Investitionsausgaben.

Die Zahlen für das am 31. August 2026 beendete Quartal ergänzen den Blick auf Oracles Finanzierung um eine konkrete Kapitalmaßnahme: Das Unternehmen meldete den Abschluss eines Aktienverkaufs über 20 Milliarden US-Dollar im Rahmen eines At-the-market-Programms. Oracle erklärte außerdem, die Struktur neuer Verträge habe seine Pläne zur Kapitalbeschaffung nicht zusätzlich beeinflusst. NeoTeo berichtete bereits über Oracles negativen freien Cashflow in Q1 FY2027; der Vergleich mit CoreWeave ergänzt dazu die Zinslast sowie die getrennten Schulden- und Leasingposten.

Oracle bezifferte seine verbleibenden Leistungsverpflichtungen (Remaining Performance Obligations, RPO) auf 664 Milliarden US-Dollar. Der RPO-Wert misst vertragliche Leistungen, die noch ausstehen; er ist kein bereits vereinnahmter Geldbetrag. CoreWeaves Umsatzauftragsbestand und Oracles RPO zeigen damit vertragliche Verpflichtungen, sagen aber nicht aus, dass die jeweiligen Summen bereits als liquide Mittel verfügbar sind.

Für einen breiteren Blick auf Finanzthemen lässt sich auch NTV88 heranziehen.

Die gemeldeten Kursbewegungen im Oktober

TheStreet berichtete am 18. Oktober 2026, die CoreWeave-Aktie sei am 14. Oktober um 15,5 Prozent gefallen und in der vorangegangenen Woche um 24 Prozent. Das sind datierte Marktbeobachtungen aus dem Bericht von TheStreet, keine aktuellen Kursangaben. Sie stehen neben den Unternehmenszahlen, ersetzen sie aber nicht: CoreWeaves Quartalsverlust und Oracles negativer freier Cashflow beschreiben unterschiedliche finanzielle Belastungen in unterschiedlichen Berichtszeiträumen.