Am 5. November 2026 berichtete La Razón, die Guardia Civil in Kantabrien ermittle wegen mehr als 20 Beschwerden über mutmaßliche Übernahmen von WhatsApp-Konten auf iPhones. Laut dem Bericht hätten Betroffene die Kontrolle verloren, ohne zuvor einen Link anzuklicken oder anderweitig aktiv zu werden. Anschließend hätten Unbekannte ihre Kontakte um Geld per Bizum oder Banküberweisung gebeten.

Eine leere Liste verknüpfter Geräte schließt unbefugte Nutzung nicht aus. Bei verdächtigen Nachrichten solltest du Kontakte warnen und Belege sichern.

Was INCIBEs iOS-Beobachtungen aussagen

In einem am 14. Oktober 2026 veröffentlichten Hinweis beschrieb INCIBE Beratungsfälle zu missbrauchten WhatsApp-Konten auf iPhones. Die meisten betrafen iOS-Versionen vor iOS 18; einige weitere Fälle betrafen iOS 26 vor iOS 26.7. INCIBE betonte, dass diese Beobachtungen aus den eigenen Beratungsfällen nicht bedeuten, alle Nutzerinnen und Nutzer dieser Versionen seien betroffen. Die Behörde empfiehlt, iOS auf die neueste für das jeweilige iPhone verfügbare Version zu aktualisieren. Zum Hinweis von INCIBE

Ein unbekanntes verknüpftes Gerät muss laut INCIBE nicht angezeigt werden, damit eine unbefugte Nutzung vorliegen kann. Die Geräteliste zu prüfen ist sinnvoll, ein unauffälliger Eintrag allein räumt den Verdacht aber nicht aus. INCIBE empfiehlt außerdem die WhatsApp-Verifizierung in zwei Schritten mit einer PIN und einer E-Mail-Adresse, auf die nur der Kontoinhaber Zugriff hat.

Was bei verdächtiger WhatsApp-Aktivität zuerst zu tun ist

Vor dem Löschen von Nachrichten oder einer Neuinstallation sollten Betroffene ihre Kontakte über einen anderen Weg warnen und Belege sichern. Dazu gehören Chats und Screenshots sowie Datum, Telefonnummern und Angaben zu Zahlungen. Danach empfiehlt INCIBE diese Reihenfolge:

  1. iOS aktualisieren. Installiere die neueste Version, die mit dem iPhone kompatibel ist.
  2. WhatsApp-Chats sichern. Prüfe, ob das Backup vollständig erstellt wurde.
  3. WhatsApp neu installieren. Prüfe anschließend die Liste der verknüpften Geräte.

INCIBE zufolge reichte es in manchen der von der Behörde bearbeiteten Fälle nicht aus, nur iOS zu aktualisieren oder WhatsApp neu zu installieren, bevor iOS aktualisiert war.

Unerwartete Geldforderungen über WhatsApp prüfen

Bitte um Geld sollte die vermeintlich absendende Person telefonisch oder über einen anderen Kanal bestätigen. Eine Antwort im selben WhatsApp-Chat genügt dafür nicht. Wurde bereits Geld überwiesen, empfiehlt INCIBE, sofort über die offiziellen Kontaktwege die Bank zu informieren und sie zu bitten, die Überweisung zu stoppen oder zurückzuholen. Eine Rückholung ist nicht garantiert.