Amazons Lagerroboter übernehmen vor allem den Transport von Waren und einzelne Handgriffe; Beschäftigte erledigen weiterhin Aufgaben an den Arbeitsstationen. Ars Technica bezifferte Amazons Flotte in einem Bericht vom 12. Oktober 2026 auf mehr als eine Million Lagerroboter. Für 2025 nannte Amazons Geschäftsbericht mehr als 1,5 Millionen Voll- und Teilzeitbeschäftigte. Ars Technica
Welche Aufgaben die Roboter übernehmen
Der größte Teil der Flotte besteht aus rollenden mobilen Robotern. Die Zahl der eingesetzten Roboterarme lag laut Scott Dresser, Vizepräsident von Amazon Robotics, im einstelligen Tausenderbereich. Amazon-Finanzchef Brian Olsavsky sagte im Juli 2026, die Zahl der Arme solle sich im Lauf des Jahres mehr als verdoppeln.
Mobile Einheiten wie Hercules und Titan bringen Lagerpodeste zu Arbeitsstationen. Die Roboterarme übernehmen jeweils andere Aufgaben: Robin sortiert einzelne Pakete, Cardinal lädt sie in Rollwagen, Sparrow bündelt Waren aus teilweise gefüllten Behältern und Vulcan greift Artikel und lagert sie mit Bildverarbeitung und Kraftsensoren ein. Vulcan nahm 2025 laut Ars Technica in Amazon-Zentren in Spokane und Hamburg den Betrieb auf.
Wie Menschen und Roboter an der Station zusammenarbeiten
Beim Amazon-Zentrum VGT1 in Las Vegas bringen mobile Roboter die Lagerpodeste zu den Beschäftigten. FOX5 Las Vegas berichtete, dass dort rund 2.400 Menschen arbeiten. Ein interviewter Mitarbeiter sagte, die Arbeit komme dadurch zu ihm und er müsse weniger Wege zurücklegen. An der Station übernehmen Menschen weiterhin das Einlagern, Kommissionieren und Verpacken.
Was die Verletzungsstudie fand
Die im April 2025 in ILR Review veröffentlichte Studie wertete laut Ars Technica Daten aus mehr als 150 Amazon-Lagern aus, darunter wöchentliche Angaben aus den Jahren 2016 bis 2019. Ihr Vergleich robotisierter Zentren mit älteren Standorten ergab zwei unterschiedliche Befunde:
| Verletzungsart | Unterschied gegenüber älteren Zentren | Datenzeitraum |
| Schwere Verletzungen | 40 % weniger | 2016–2019 |
| Weniger schwere Verletzungen im Zusammenhang mit wiederholter körperlicher Belastung | 77 % mehr | 2016–2019 |
Die Befunde allein belegen nicht, dass die Robotik die Unterschiede verursacht hat. Amazon verwies in Ars Technicas Bericht auf unternehmensweite Kennzahlen: Seit 2019 habe sich die globale Rate meldepflichtiger Vorfälle um 43 Prozent und die Rate der Vorfälle mit Arbeitsausfall um 70 Prozent verbessert. Amazon bezog sich damit auf globale Unfallkennzahlen; die Studie verglich Verletzungen in robotisierten und älteren Zentren.
Wie Beschäftigte den Arbeitsalltag beschreiben
Ein Reddit-Nutzer aus Südkalifornien beschrieb die Kommissionierarbeit nach den ersten zwei Wochen als machbar, berichtete aber von geistiger Erschöpfung nach zehnstündigen Nachtschichten. An Tagen, an denen sich der Dienst mit einem zweiten Job überschnitt, habe die Person nach eigener Aussage nur etwa dreieinhalb Stunden geschlafen. Das ist ein persönlicher Erfahrungsbericht, keine Beschreibung der Arbeitsbedingungen in allen Amazon-Zentren. Zum Beitrag auf Reddit
Was die Einstellungsprognosen aussagen
Interne Strategiepapiere, über die The New York Times am 21. Oktober 2025 berichtete, prognostizierten für die USA mehr als 160.000 weniger Einstellungen bis 2027 und 600.000 weniger bis 2033. Die Zahlen bezogen sich auf künftige Einstellungen, nicht auf bereits erfolgte Entlassungen. Amazon erklärte laut Ars Technica, die Unterlagen gäben die Sicht einer einzelnen internen Gruppe wieder. Bericht der New York Times